Von Cindy Mayor
Wer sich für eine Wanderung rund um den Genfersee entscheidet, entdeckt eine Region, die von Weinbergen, Wasser und kulturellem Erbe geprägt ist. Die Route verbindet Vevey mit Genf in mehreren gemütlichen Etappen durch Winzerdörfer, entlang ruhiger Ufer und durch lichte Wälder. Das Gepäck wird täglich transportiert. Es bleibt nur, zu wandern, zu schauen und innezuhalten.
Gestartet wird in Vevey, mitten im Lavaux. Bereits auf den ersten Kilometern durchquert man die weltberühmten Terrassen-Weinberge und Dörfer wie St-Saphorin, Rivaz oder Epesses. Der Blick öffnet sich auf die Savoyer Alpen, während der Weg sanft abfallend bis nach Lutry führt. In Lausanne trifft man auf das Seeufer. Von dort geht es flach weiter, vom Hafen in Ouchy bis ins geschichtsträchtige Morges mit seinem Schloss und dem ehemaligen Berner Kriegshafen.
Im Verlauf der Wanderung wechselt die Landschaft zwischen belebten Uferzonen, offenen Feldern und geschützten Waldgebieten. Man durchquert Aubonne mit seiner Altstadt, die befestigte Toblerone-Linie und die Weinregion La Côte. In Nyon erwartet einen das Schloss Prangins, bevor es in den letzten Etappen zwischen Versoix und Genf weitergeht. Dort weichen die Naturwege langsam der Stadt. Doch die Ruhe des Weges bleibt bis zur Ankunft am Quai du Mont-Blanc im Zentrum von Genf.
Die Route ist technisch einfach, erfordert aber Ausdauer. Man muss mehrere Stunden am Stück gehen können und Freude an langsamen Übergängen haben. Zwischen Natur und urbanem Raum. Zwischen Höhenzügen und Seeufern. Eine Reise für alle, die die Romandie zu Fuss entdecken wollen.