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Gruppe rosa Flamingos im flachen Wasser der Camargue-Feuchtgebiete, umgeben von goldenem Marschgras und Bäumen im Hintergrund.

Lange Sommertage

Der Sommer bringt Tage, die sich endlos dehnen, Licht im Überfluss und Abende, die die Nacht kaum hereinlassen wollen. Er ist auch die ideale Jahreszeit, um aufzubrechen — zu Fuss, per Velo, auf dem Wasser oder entlang der Fjorde.

In diesem Artikel nehmen wir Sie mit auf einige unserer schönsten Sommerrouten : von den beleuchteten Schluchten der Schweizer Alpen über die Lavendelduft-Landschaften der Provence, durch die Drei-Seen-Region bis hin zu den langen, fast nachtlosen Tagen in Norwegen. Reisen, die darauf ausgelegt sind, jede Stunde Licht in vollen Zügen zu geniessen.

Ob Wanderer, Velofahrer oder einfach auf der Suche nach einer schönen Auszeit im Sommer — lassen Sie sich inspirieren.

 Veloferien: Provence und Camargue

von Cindy Mayor 
mittel

Im Hochsommer zeigt sich der Süden Frankreichs in seiner ganzen Intensität: lange Tage, strahlendes Licht und eine Wärme, die bis weit in den Abend hinein anhält. Eine Veloreise durch die Provence und die Camargue bietet abwechslungsreiche Landschaften und lässt Reisende die mediterrane Atmosphäre hautnah erleben.

Von Orange aus verläuft die Route nach Avignon mit seinem berühmten Papstpalast und weiter durch die Weinberge des Châteauneuf-du-Pape. Der Duft von Lavendel, Thymian und Rosmarin begleitet Sie, während Sie entlang von Zypressen durch Olivenhaine und ruhige Dörfern fahren. Immer wieder laden schattige Plätze unter Platanen zu einer Pause ein.

 

Violette Lavendelfelder in ordentlichen Reihen in Valensole, Provence, mit einem Steinbauernhaus, grünen Bäumen und blauen Bergen im Hintergrund.

Die Landschaft der Provence mit dem herrlichen Duft von Lavendel.

Südlich von Arles öffnet sich die Camargue mit ihren Lagunen, Reisfeldern und weiten Ebenen. Flamingos und weisse Pferde prägen das Landschaftsbild und zeugen vom ursprünglichen Charakter dieser Region. Die meist flachen und angenehmen Etappen lassen genügend Zeit, um die Umgebung bewusst wahrzunehmen und zu geniessen.

Auch kulturell hat diese Region viel zu bieten: Sehenswürdigkeiten wie der Pont du Gard, die Arena von Arles oder die historische Stadt Uzès illustrieren ihre reiche Geschichte.

Und am Ende eines jeden Tages verändert sich jeweils die Stimmung: Das Licht wird weicher, die Temperaturen sinken, und das Zirpen der Zikaden begleitet die langen Abende. Gerade diese ruhigen Sommernächte machen den besonderen Reiz dieser Reise aus.

 

Radurlaub Frankreich Avignon

Die Originalbrücke aus dem Kinderlied « Sur le pont d'Avignon ».

Wanderferien: Via Alpina Bärentrek

Von Sarah Marthaler
schwer

Warme Sommernächte gibt es in den Schweizer Bergen nur selten. Umso mehr sollten Sie die Abendstunden während Ihrer Aktivreise mit Eurotrek geniessen und sich ein entsprechendes Programm zusammenstellen. Bevor Sie Ihre Wanderung auf der Via Alpina starten, lohnt es sich, eine zusätzliche Nacht im charmanten Dörfchen Meiringen einzuplanen.

Unweit des Ortskerns erwartet Sie die 200 Meter tiefe Aare-Schlucht. Im Juli und August sorgt dort jeweils freitags und samstags zwischen 18:30 und 22:00 Uhr eine mystische Beleuchtung für Gänsehautmomente.

Braune Alpkühe auf hölzernem Bergweg in Adelboden, Schweiz, mit grünen Hügeln und nebligem Tal im Hintergrund.

Kühe auf dem Weg zur Sömmerung.

Die nächste Etappe führt Sie weiter nach Grindelwald. Auch hier haben Sie in der etwas ausserhalb liegenden Gletscherschlucht von Mai bis November täglich bis 18:00 Uhr und freitags bis 22:00 Uhr die Möglichkeit, eine spektakulär beleuchtete Schlucht zu erkunden: Wer sich traut, wagt sich auf das begehbare «Spiderweb».

Ein Aufenthalt in den Schluchten ist ein eindrückliches Naturerlebnis, das Ihre Wanderung durch die Schweizer Bergwelt ideal ergänzt und Sie die Kraft der Natur hautnah spüren lässt. Eine warme Jacke sollte in den Schluchten wie auch auf der Wanderung trotz hoher Temperaturen nicht fehlen.

Staubbachfall Wasserfall stürzt eine hohe Klippe im Lauterbrunnental hinab mit grünen Wiesen und dramatischen Berggipfeln unter bewölktem Himmel.

Der Staubbachfall im Lauterbunnental.

Veloferien: Norwegen Rund um den Oslofjord

Von Reto Zingg
mittelschwer
Was könnte man sich mehr wünschen, als den Sommer im Norden zu verbringen? Es winken fast 24 Stunden Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Der Norden ist im Trend und «coolcation» das neue Schlagwort - eine Mischung zwischen Abkühlung (cool) und Urlaub. (vacation)
 
Wer es nicht nur gerne hell, sondern auch etwas sportlich mag, liegt mit der Rundtour um die norwegische Hauptstadt goldrichtig. Oslo ist ab Zürich gut erreichbar und für sich schon eine Reise wert.
Norwegische Flagge am Fahnenmast mit Blick auf Oslofjord-Marina mit Booten, Stegen und weißen Häusern umgeben von grünen Bäumen.

Häuser an den Ufern der Fjorde.

Die Stadt im Oslofjord ist der Mittelpunkt dieser Velotour. Im weiteren Verlauf radeln sie mit bequemen Tagesetappen à ca. 50 km und kaum Höhenmeter rund um den schönen Fjord. Dabei entdecken Sie stille Buchten und charmante Küstenorte. Eine Fährfahrt ab Sandefjord – Strömstadt inklusive Abendessen ist im Reisepreis inkludiert und ein weiteres Highlight dieses einmaligen Norden-Urlaubs.

Zögern Sie nicht und buchen Sie diese abwechslungsreiche Reise unter der ewigen Sonne des Nordens.

Zwei Radfahrer fahren auf einem baumgesäumten Weg im Borre Park bei Horten. Große Steine sind im Vordergrund mit üppigen grünen Bäumen sichtbar.

Radfahrer im Borre Park, Horten, Norwegen.

Wanderferien: Reschensee - Kalterer See

Von Werner Müller

mittel

Ihre Reise beginnt am Reschenpass im Vintschgau. Der Wasserstand des Reschensees ist im Sommer meist sehr niedrig und ein im Wasser versunkener Kirchturm, der dem Trockenen steht, ist für Touristen zwangsläufig eine herbe Enttäuschung. Um das Fotomotiv ganzjahrestauglich zu machen, hat man darum vor einiger Zeit einen Ring samt Steg um den Turm herum angelegt. Durch dieses künstliche Becken bleibt er im Wasser und kann bei Niedrigwasser erst noch von allen Seiten fotografiert werden.

Haben Sie den Reschenpass erst hinter sich gelassen, tauchen Sie in eine Region des Obst- und Weinbaus ein. Obstplantagen und Weinberge werden denn auch für den Rest der Reise Ihre häufigen Begleiter sein. Ebenso die Waale: künstlich angelegte Kanäle, die in den trockenen Sommermonaten die Felder und Wiesen der Niederungen mit Wasser versorgen. Die ältesten dieser Anlagen gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Für den Unterhalt dieser Wasserläufe wurden daneben Servicewege angelegt, heute beliebte Wanderwege, denen auch Sie das eine oder andere Mal folgen.

 

Radfahrer am versunkenen Kirchturm am Reschensee

Radfahrer am Reschnensee.

Schöne Ausblicke über das Etschtal und auf die umliegenden Berge gehören ebenso zu dieser Reise wie reichlich vorhandene alte Burgen und Schlösser. In Meran angekommen, können Sie sich etwas Gutes tun und sich einen Besuch in der Therme Meran gönnen. Sie ist abends bis 21 Uhr geöffnet und bietet neben Innen- und Aussenpools so ziemlich alles, was man von einer Therme erwartet.

Nach Meran folgen Ihre Wege dem Verlauf der «Via Claudia Augusta». Diese Strasse aus der Römerzeit war einst ein hervorragend ausgebauter Alpenübergang, der Norditalien mit dem süddeutschen Raum verband und auch für Fuhrwerke problemlos benutzt werden konnte. Für Jahrhunderte war sie denn auch die wichtigste Nord-Süd-Verbindung.

Wenn Sie am Ziel Ihrer Reise ankommen und Wein mögen, sollten Sie dem «winecenter Kaltern» einen Besuch abstatten. In diesem markanten, mit rostbraunen Stahlplatten verkleideten Gebäude können Sie einige der besten Weine der Region probieren und bei Wohlgefallen erwerben - ein Souvenir, das auch nach der Reise noch Freude macht.

Panoramablick auf Meran in Südtirol mit terrassierten Weinbergen, rosa blühenden Sträuchern, historischem Kirchturm und Alpenbergen.

Ein Blick auf Meran.

Veloferien: Rundtour Drei-Seen-Land

Von Cindy Mayor

leicht
Wenn die Tage länger werden und das Licht bis spät über den Seen liegt, entfaltet das Drei-Seen-Land seinen ganz besonderen Charme. Zwischen Bielersee, Murtensee und Neuenburgersee wechseln sich Wasserflächen, Rebberge und weite Ebenen ab – immer begleitet von ruhigen Wegen und schönen Ausblicken.
 
Die Route führt durch Weinberge am Jurafuss, vorbei an Gemüsefeldern und durch geschichtsträchtige Orte wie Murten, Neuchâtel oder Avenches mit seinen römischen Spuren. Immer wieder lohnt es sich, einen Halt einzulegen: in kleinen Gassen, an stillen Uferabschnitten oder auf einer Terrasse mit Blick aufs Wasser.
Zwei Radfahrer fahren entlang des Ufers des Murtensees mit Bäumen und Hügeln im Hintergrund an einem sonnigen Tag.

Radelndes Paar am Murtensee.

Abseits der bekannten Wege verbergen sich besondere Orte: Die Strände von Estavayer laden zu einer erfrischenden Pause ein, während sich bei Gletterens, eingebettet in die Grande Cariçaie, ein fast versteckter Naturstrand entdecken lässt. Das weitläufige Feuchtgebiet zählt zu den wertvollsten Naturräumen der Schweiz und bietet Lebensraum für zahlreiche Vogelarten.
 
Die Etappen sind angenehm zu fahren und lassen genügend Zeit, die Umgebung bewusst zu erleben – sei es bei einer kurzen Badepause, einem Kaffee am Seeufer oder ruhigen Momenten in der Natur.
Luftaufnahme der Grande Cariçaie Feuchtgebiet-Halbinsel am Neuenburgersee mit dichtem Wald, Sumpfland und türkisfarbenem Wasser.

Die „Grande Cariçaie“ – eine geschützte Naturlandschaft am Neuenburgersee.

Velo: Budapest - Belgrad

Von Werner Müller

Der Donauradweg zwischen Budapest und Belgrad durchquert eine Region, die über die Jahrhunderte Schmelztiegel verschiedenster Kulturen geworden ist:

  • Für die Römer markierte die Donau die Reichsgrenze (Limes). Osijek und Belgrad sind ursprünglich römische Gründungen.
  • Im Mittelalter siedelten hier die Magyaren (Ungarn). Wesentliche Teile von Sprache, Architektur und Küche gehen auf sie zurück.
  • Die Osmanen (Türken) fügten ab dem 16. Jahrhundert Bauten wie die Terme in Budapest oder Festungen in Novi Sad hinzu und brachten Kaffe und verschiedene Süssspeisen und Gemüsegerichte mit.
  • Danach gestalteten ab dem 18. Jahrhundert die Habsburger wieder vieles nach ihrem Gusto um und etablierten den Barock und die «k. u. k. Architektur» als Baustile und führten die Kultur der Kaffeehäuser ein. Unter ihrer Ägide wurden auch gezielt deutsche Bauern (Donauschwaben) angesiedelt.
  • Zu erwähnen sind ausserdem noch Serben und Kroaten, die ebenfalls Spuren hinterlassen haben. «Rác», Teil des Stadtnamens der Stadt Ráckeve, ist das ungarische Wort für die Serben.
  • Und das 20. Jahrhundert ergänzte den Mix noch um den sozialistischen Baustil und viele sozialistische Denkmäler.
Panoramablick auf das ungarische Parlamentsgebäude mit seiner markanten roten Kuppel und neugotischen Architektur an der Donau in Budapest.

Blick auf das majestätische Parlamentsgebäude in Budapest.

Alles in allem also eine faszinierende Tour d'Horizon durch über 2'000 Jahren Geschichte! Aber natürlich sollte eine gelungene Radreise nicht nur aus historischen Städten bestehen. Auch landschaftlich ist die Strecke reizvoll. Die Sandbänke und Auwälder entlang der Donau setzen ihre Akzente und da der Boden hier zu den fruchtbarsten Europas gehört, prägen weite Sonnenblumen- und Weizenfelder das Bild.

Die Strecke folgt der Eurovelo Route Nr. 6 und ist nicht überall gut beschildert. GPS-Daten sind also von Vorteil. Da insgesamt fast 600 Kilometer zurückzulegen sind, gibt es an allen langen Reisetagen optionale Transferangebote. Mit ihnen kann die Raddistanz bis auf 260 Kilometer verkürzt werden, sodass die Tour auch für weniger ambitionierte Velofahrer machbar ist.

Große weiße orthodoxe Kathedrale mit grünen Kuppeln und goldenen Kreuzen in Belgrad, umgeben von Grünanlagen und städtischen Gebäuden.

Die serbisch-orthodoxe Kathedrale von Belgrad .

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