E-Bike-Tour entlang der Route Verte

Radelnd von Schaffhausen nach Genf

Die Route Verte führt in sieben Etappen entlang dem Jurabogen von Schaffhausen bis Genf. Eben erst eröffnet, erfreut sie sich bereits grosser Beliebtheit. Lieblich beginnt die Reise im Schaffhausischen, wo der Rheinfall quasi das Geleit zur langen Reise gibt. Sie verläuft an den Jurahügeln im Norden der Schweiz mit Sicht auf Mittelland und Schwarzwald, schlägt den Bogen bis nach St. Ursanne im nordwestlichsten Zipfel der Schweiz und dreht dann ab nach Westen in die Freiberge mit dem Mont Soleil und vorbei am Lac de Joux, der auf einem faszinierenden Hochplateau liegt. Auf der Reise nach Westen kann man sich an den herrlichen Ausblicken nach Frankreich und bis zu den Alpen kaum sattsehen. Und während man es auf dem E-Bike von den Jurahöhen nach Genf hinunterrollen lässt, geniesst man den Blick über die Rebberge und den Lac Léman zu den weissen Gipfeln des Montblanc-Massivs. Unterwegs gibt es nicht nur unzählige historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten zu bestaunen, an der Route liegen auch sechs der schönsten Naturparks der Schweiz. Die Tour verläuft weitgehend auf wenig befahrenen Nebenstrassen. Sie ist gespickt mit anspruchsvollen Anstiegen, die aber mit dem E-Bike gut zu meistern sind. Darum macht die Route Verte als E-Bike-Tour besonders viel Spass.

Vom Rheinfall über das Wasserschloss der Schweiz zum Naturpark Thal

Die erste Etappe der Tour startet in Schaffhausen am Rhein, führt durch die Rebberge des Naturparks Schaffhausen und endet im aargauischen Herznach. Hier, am Wasserschloss der Schweiz, fliessen Reuss, Aare und Rhein zusammen. Ganz im Grünen versteckt sich das Bergwerksilo Herznach, das Eisenerzsilo des ehemaligen Bergwerks von Herznach. Stilvoll umgebaut, ist es heute ein ganz aussergewöhnliches Bed & Breakfast und Restaurant. Dann macht die Route einen Bogen nach Liestal im Kanton Basel-Landschaft, und nachdem mit Schwung der nächste Hügel genommen ist, hinunter in den waldreichen Naturpark Thal im Solothurnischen in einer landwirtschaftlich geprägten, sanften Juralandschaft.

 

 

 

Über Passwang und Sprachgrenze in den Jura und ins verschlafene Städtchen St. Ursanne am Doubs

Hinauf zum Passwang kommen die Vorzüge des E-Bikes so richtig zum Tragen. Wie schön, wenn man hier noch genügend Energie hat, entspannt den wunderbaren Ausblick zu geniessen. Auf der Höhe passiert man die Sprachgrenze und taucht auf der anderen Seite des Passes nicht nur in einen anderen Kanton ein, den Kanton Jura, sondern auch in eine ganz andere Welt. Immer schattiger und enger wird die bewaldete Schlucht, bis es schliesslich vorbei an senkrechten, eng stehenden Felsen geht wie durch ein Tor, und man gleichsam unten am Fusse des Hügels ausgespuckt wird: Dann geht die Fahrt beschaulich über Wiesen, Felder und durch verschlafene Bauerndörfer, die mit ihren Jurahäusern ganz anders anmuten als die Ortschaften jenseits des Passwang. Die Route führt durch Delémont und weiter ins pittoreske Städtchen St. Ursanne am Doubs im Parc du Doubs. Mit seinen mittelalterlichen Häusern und der wunderschönen vierbogigen Steinbrücke über dem beschaulich fliessenden Doubs verströmt es einen wunderbaren Charme. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, nur der rege Tourismus erinnert einen ans umtriebige Hier und Jetzt.

Frei grasende Pferde, Traumblick vom Mont Soleil und ein quer liegendes Tal

Über die Hochebenen der Freiberge mit den charakteristischen Juratannen und den frei grasenden Pferden führt nun die Strecke, und bald folgt der längere Anstieg hinauf zum Mont Soleil im Parc Régional Chasseral mit seiner Aussicht über die Jurahügel und –täler bis zum Chasseral. Viele der typischen Trockensteinmauern auf den Wiesen stammen noch von den Mennoniten, die einst wegen ihres Glaubens vertrieben wurden und sich auf den kargen Jurahöhen ansiedelten. Eine ganz andere Welt erleben die E-Biker eine Abfahrt später in La Chaux-de-Fonds. Im UNESCO Weltkulturerbe lohnen sich die Fahrt durch die Altstadt und der Besuch des Uhrenmuseums, bevor es wieder in die Einsamkeit geht, diesmal ins Val de Travers. Das deshalb so heisst – travers heisst quer -, weil das Tal nicht parallel zu den anderen Juratälern liegt. Ein weiteres eindrückliches Tal ist die Hochebene mit dem Lac de Joux, einem kristallklaren Bergsee im Naturparadies Parc Jura Vaudois.

 

Ein letzter Pass, dann mit Blick auf das Mont Blanc Massiv hinunter zum Lac Léman nach Genf

Auf der Reise entlang des Jurabogens nach Südwesten folgt mit dem Col du Marchairuz ein letzter Höhepunkt im wörtlichen Sinn. Mit dem E-Bike jedoch ist der Aufstieg zur Passhöhe kein Problem. Und angesichts der fantastischen Sicht auf die Genfersee-Region geht jede Anstrengung im Nu vergessen. Zu Füssen des Mont Blanc Massivs liegt glitzernd der Lac Léman und an seinem südwestlichen Ende die Stadt Genf, das Ziel dieser Reise.