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Zwei traditionelle rote Holzhäuser mit orangefarbenen Ziegeldächern auf grünem Rasen, umgeben von Bäumen unter blauem Himmel bei Mariefred.

Veloferien Rundtour ab Stockholm von Leandra

Mit dem Velo unterwegs im Schwedensommer

Schweden wie im Bilderbuch: glitzernde Seen, endlose Wälder, charmante Dörfer und dazwischen königliche Schlösser, duftende Zimtschnecken und unvergessliche Naturmomente. Unsere Veloreise Rundtour ab Stockholm hatte vieles zu bieten: vom prachtvollen Schloss Drottningholm über das legendäre Kuchensortiment in Taxinge bis hin zu goldenen Sonnenuntergängen in Bommersvik. Eine abwechslungsreiche Velotour, die uns landschaftlich, kulturell und kulinarisch begeistert hat.

Highlights der Reise 

Tag 1: Schloss Drottingholm

Tag 2: Kuchensortiment in Taxinge

Tag 3: Sonnenuntergang in Bommersvik

Tag 4: Anthroposophisches Zentrum in Järna

Karte Stockholm Rundfahrt
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Längenmässig und auch von den Höhenmetern her ist die Tour keine riesige Herausforderung. Was aber unbedingt mit einberechnet werden muss, ist der Wind, der ab und zu doch recht stark weht, auch Mitte August. Ebenso gab es mehrere längere Steigungen, welche nicht unglaublich steil waren, aber durch die Länge doch anstrengend.

Die Schweden können Süssgebäck wie kein Zweiter. Es war wirklich alles äusserst lecker, aber schlussendlich sind meine Favoriten dennoch die allerseits bekannte traditionelle Kanelbullar (Zimtschnecke) und Morotskaka (schwedischer Rüeblikuchen).

Tag 1: Anreise nach Stockholm

Meine Eltern Nicole und Christopher und meine Schwester Marlene machten sich bereits am Mittwoch auf die Reise nach Stockholm. Sie nahmen den Landweg: Am Mittwochmorgen ging es mit dem Zug nach Hamburg, dort erfolgte der Umstieg in den Nachtzug bis Stockholm. Glücklicherweise gab es keine grösseren Verzögerungen und am Donnerstagmorgen konnten sie bereits ihr erstes Frühstück in Stockholm geniessen. Ich, Leandra, kam am Samstagmorgen per Flugzeug nach.

Lächelndes Paar an der Uferpromenade mit Stockholms Altstadt-Skyline und Kirchturm über blauem Wasser unter klarem Himmel.

Nicole und Christopher am Ufer von Riddarholmen in Stockholm

Vom Flughafen aus gibt es den Arlanda Zug, der uns ohne Halt in knapp 20 Minuten zum Hauptbahnhof bringt. In Schweden ist man am besten aufgestellt, wenn man die Dinge online abwickelt. Selbst im kleinsten Kiosk wurde Kartenzahlung erwartet. Wir haben also vorsorglich die ÖV-App «SL» runtergeladen und kauften unsere ÖV-Billetts direkt in der App. Das machte es sehr einfach, in der Stadt mobil unterwegs zu sein.

Auf Stockholm haben wir uns alle gefreut. Ausser Nicole war noch niemand von uns dort. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Stadt mit ihren prunkvollen Gebäuden und den süssen Gassen in der Altstadt kann sich sehen lassen. Essenstechnisch haben wir vieles ausprobiert (mexikanisch, ungarisch, indisch) und sind nie enttäuscht worden.

Blick nach oben auf verzierte historische Gebäudefassaden in Stockholms Altstadt mit gestreiftem Mauerwerk, Rundbogenfenstern und Reliefs unter blauem Himmel.

Das Nationalmuseum in Stockholm

Ein besonderes Erlebnis war eine Stadtrundfahrt im Oceanbus. Dies ist ein Fahrzeug, welches auf dem Land und zu Wasser fahren kann. Mit viel Witz und guter Musik erklärte uns der Guide Winzent die Entstehung Stockholms und viel Spannendes wie die Gründungsgeschichte der schwedischen Automarke Volvo (auch wenn wir da nicht sicher sind, wie viel da seiner Fantasie entsprungen ist). Laut Winzent war auf jeden Fall viel Schnaps involviert.

Blick von einem rosa-weißen Ausflugsboot auf einer Stockholmer Wasserstraße, mit einem weiteren Boot voraus und grünem Ufer unter bewölktem Himmel.

Der Oceanbus in Stockholm

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Wir übernachteten im Birger Jarl Hotel. Die Velostation vom Partner ActiveScandinavia, der die Reise vor Ort organisiert, befindet sich praktischerweise in der Garage dieses Hotels. Das Hotel ist benannt nach dem Mann, der Stockholm (mit)gegründet hat. Das Hotel ist superzentral und ganz in der Nähe von Metro- (in Schweden treffend Tunnelbana genannt) und Busstationen sowie mehreren Essensmöglichkeiten.

Tag 2: Stockholm - Södertälje

Aus der Stadt ins weite Land

Die Tour startete mitten in der Stadt direkt am Hotel. Wir waren eher langsam unterwegs, da uns die neuen Velos noch nicht so vertraut waren. Ausserdem galt es immer wieder die richtige Abzweigung zu finden. Im Allgemeinen sind die Radwege in Stockholm sehr gut ausgelegt, nicht vergleichbar mit dem, was einem als Radfahrer in z. B. Zürich geboten wird.

Nach ca. 20 Minuten erreichten wir den Stadtrand und die Strecke verlief zwischen Autostrasse und Parkanlage auf einem Radweg. Auf der ersten Brücke, welche mit einem steilen Anstieg zu meistern ist, waren wir uns alle einig: Das E-Bike war die richtige Entscheidung für uns.

Bogenbrücke über Wasser mit Booten, gesehen von grünem Uferweg. Bäume rahmen die Szene unter blauem Himmel mit weißen Wolken.

Die Reisenden verlassen Stockholm

Mit jedem Tritt wird die Umgebung ländlicher. Die Strecke führte uns durch Wohngebiete, Wälder und immer wieder am Wasser entlang. Bald schon sichteten wir das Schloss Drottningholm, es liegt idyllisch am See. Da wir Nicole dabeihatten, eine Liebhaberin aller royalen Familien und deren Geschichten, war von Anfang an klar, dass dieses Schloss auf jeden Fall besichtigt werden würde, schliesslich lebt zumindest ein Teil der königlichen Familie noch immer in diesem prächtigen Gebäude. Auch für Banausen im Bereich Royals ist es mit seinem prunkvollem Garten definitiv sehenswert.

Das Mittagessen haben wir ebenfalls direkt im Restaurant neben dem Schloss eingenommen, so eine Besichtigung macht hungrig. Wir verpflegten uns und liessen uns das schöne Kuchen- und Gebäckbuffet natürlich nicht entgehen. Die Wespen in Schweden wussten die Köstlichkeiten genauso zu schätzen wie wir, es war zeitweise ein regelrechter Kampf um die Süssspeisen.

Elegante Bibliothek im Schloss Drottningholm mit raumhohen Bücherregalen, goldenen Verzierungen, Kristalllüstern und antiken Möbeln.

Prunkvolle Bibliothek im Schloss Drottningholm

Gestärkt schwangen wir uns wieder aufs Velo und weiter gings Richtung Södertälje. Je näher wir der Fähre kamen, die heute Teil der Route war, desto mehr Industrie umgab uns. Aber selbst hier war die Strasse mit einem separaten Velostreifen ausgestattet, um uns sicher ans Ziel zu bringen. Die Fähre hatten wir gerade verpasst, was uns sehr entgegenkam. Die 15 Minuten bis zu nächster Abfahrt nutzten wir mit einem Glacé vom Kiosk. Fährfahrten während der Tour sind alle kostenlos.

Die Strecke nach der Fähre zog sich in die Länge und wir waren froh, als wir endlich unsere Unterkunft erblickten.

Drei Radfahrer mit Fahrrädern auf gelbem Fährdeck in Stockholm. Wasser und grünes Ufer im Hintergrund unter blauem Himmel sichtbar.

Leandra und ihre Familie geniessen ein Glacé beim Warten auf die Fähre

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Die heutige Etappe hat 3.5 – 4 h Fahrzeit, bei 60km.

Los fuhren wir im Hotel um 09:45 Uhr. Ende dieser Etappe wurde uns zu unserer Verwunderung eine reine Fahrzeit von 3h 40min angezeigt und das, obwohl wir erst um 17:30 Uhr im Hotel in Södertälje ankamen. Dieser Zeitunterschied wird wohl der ausgedehnten Mittagspause inkl. Besichtigung im Schloss Drottningholm, Fährfahrt und mehreren Stopps zur Wegfindung geschuldet sein.

In Södertälje erwartete uns das Quality Hotel Park, ein Konferenzhotel, in dem wir uns das Frühstück mit gut gelaunten Bauarbeitern und der schwedischen Basketball-Mannschaft teilten, die wohl gerade in der Stadt im Einsatz waren. Alles ist sehr modern und das Frühstück so reichhaltig, dass es trotz hungriger Arbeiter und Sportler noch genügend für uns zu bieten hatte.

Diese Etappe ist definitiv die Abwechslungsreichste und hat die meisten wegtechnischen Manöver, welche man meistern muss. Nachdem man die Stadt Stockholm hinter sich gelassen hat, türmt sich auch schon ziemlich bald das Schloss Drottningholm in der Ferne auf. Für ca. CHF 15.00 kann man das Schloss und auch den Chinesischen Pavillon besichtigen. Es lohnt sich allerdings auch schon, nur durch den königlichen Garten zu spazieren.

Schloss Drottningholm ist das am besten bewahrte königliche Schloss Schwedens und ist somit auch Teil des UNESCO Welterbes.

Tag 3: Södertalje - Mariefred

Schwedischer Kuchentraum

Södertalje lässt man rasch hinter sich. Wir folgten dem Wasserarm des Mälaren, der durch die Stadt fliesst. Wir radelten auf einer Autostrasse, die nicht stark befahren war, und wenn doch mal ein Auto kam, nahmen die Autofahrer Rücksicht und fuhren auf der anderen Seite der Fahrbahn oder mässigten das Tempo. Zwischendurch führten uns Forst- und Schotterwege durch die schwedischen Wälder.

Heute machten wir unsere Rast im Schloss Taxinge. Diesmal war es aber weniger das Gebäude, das die Besucher anlockte, sondern die Konditorei, die über 65 Sorten Gebäck und Kuchen produziert. Wir probierten eine kleine Auswahl und dürfen sagen, es hat alles hervorragend geschmeckt!

 

Reichhaltiges schwedisches Kuchenbuffet mit verschiedenen Gebäcken, Kuchen und Keksen auf Etageren und Tellern, darunter Desserts mit Sahne.

Die Qual der Wahl zwischen Torten, Keksen und anderem Gebäck

Gegen Ende der Etappe wurde das Wetter langsam schlechter. Wir hatten noch ungefähr fünf Kilometer vor uns, als es zu regnen begann. Ein Glück hatten wir die Regenausrüstung in den Satteltaschen bereit. Schnell kleideten wir uns ein und brachten die letzten Kilometer im Turbotempo hinter uns. Wir mussten allerdings doch noch anhalten, denn auf einem Feld neben unserem Veloweg war eine Rehgruppe (inklusive Reh Kitz!) unterwegs, die sich ganz gelassen an der Wiese bediente. Ihr wollten wir unbedingt ein wenig zuschauen.

Drei Radfahrer mit beladenen Tourenrädern auf einer Landstraße bei Mariefred. Wald und bewölkter Himmel im Hintergrund.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung

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Heute haben wir die Reise nach 48 km und 2.5 h Fahrzeit abgeschlossen. Da es gegen Ende anfing zu regnen, waren wir froh, dass unsere Zimmer bereits bezugsbereit waren.

In Mariefred übernachteten wir im Gripsholms Värdshus, von welchem man einen wunderbaren Blick auf das gleichnamige Schloss Gripsholm hat. Das Hotel ist etwas altmodischer eingerichtet, die Zimmer aber grosszügig und hell.

Diese Mittagspause verbrachten wir auf dem Schloss Taxinge, welches über 65 Kuchensorten hausgemacht produziert. Dieses Angebot hat uns regelrecht den Tag versüsst.

Tag 4: Mariefred - Järna

Schweden wie aus dem Bilderbuch

Von Mariefred musste ein kleiner Teil der gemachten Strecke von gestern wieder zurückgefahren werden. Wir freuten uns auf einen Tag voller schwedischer Natur, welche uns in den Reiseunterlagen versprochen wurde. Wir strampelten durch saftige Wiesen und Birkenwälder und liessen die Landschaft so richtig auf uns wirken. Die Weite und Freiheit in Schweden sind wirklich unbeschreiblich.

Ruhiger See umgeben von dichtem grünen Wald unter blauem Himmel mit weißen Wolken. Wasser spiegelt Bäume und Himmel, bewaldete Hügel in der Ferne.

Idyllischer See bei Mariefred

Als so langsam unsere Bäuche zu knurren anfingen, fingen wir an, nach einem geeigneten Rastplatz Ausschau zu halten. Zu unserem Glück führte uns der Weg direkt an einen schönen See, wo wir unser Lager auf einer sonnigen Felsfläche aufschlugen. Alle waren sich einig, dies wird unsere schönste Pause werden. Nach einem leckeren Picknick, währenddessen wir die Szenerie bewunderten und einem kurzen Nickerchen waren alle wieder startklar.

Die Weite und Grüne der Landschaft riss nicht ab. Immer wieder kamen wir an Pferdehöfen oder Kuhweiden vorbei, die Tiere haben riesige Koppeln, um sich zu bewegen. Da wird man fast etwas neidisch auf so ein Pferdeleben in Schweden.

Zwei Frauen sitzen auf felsigem Ufer mit Blick auf einen See mit bewaldeten Inseln. Kiefern rahmen die Szene unter blauem Himmel mit weißen Wolken.

Mittagspause mit Logenplatz

Es gab eine kurze Unsicherheit, als uns die Reiseunterlagen nach links schickten, das Strassenschild aber nach rechts auf Järna verwies. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! An diesem Abend wird nicht in Järna übernachtet, sondern in Bommersvik. Ausser der Hotelanlage ist hier nicht viel. Es liegt direkt am Wasser und hat sogar einen kleinen Sandstrand. Fürs Baden in Schweden waren wir dann aber nicht hart gesotten genug.

Das Highlight ist hier allerdings die Küche, Vorsorglich wurde hier ein Tisch für uns reserviert, da es rundherum keine Alternativen gibt. Man kocht ausschliesslich mit Zutaten, die aus der näheren Umgebung kommen (praktisch, wenn man den See «Yngern» direkt vor der Haustür hat). Durch die Glaswände konnten wir während des Essens die schwedische Weite bewundern, die durch die Abendsonne in spektakuläres Licht getunkt wurde.

Sonnenuntergang durch hohe Kiefern bei Bommersvik Hotel nahe Stockholm. Orange Sonne über einem See mit bewölktem Himmel und Baumsilhouetten.

Sonnenuntergang beim Abendessen in Bommersvik

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Wir wurden von Tag zu Tag schneller, heute hatten wir für ebenfalls 48 km Strecke noch 2 h Fahrzeit.

An diesem Abend haben wir nicht in der Stadt Järna selbst genächtigt. Man wird im Hotel Bommersvik untergebracht, welches eine Hotelanlage mit vielen Angeboten (Strand, Sauna etc.) ist.

Auf dieser Etappe gibt es keine Einkehrmöglichkeiten, wer die Reiseunterlagen brav liest, weiss Bescheid. Wir haben also unseren Proviant eingepackt und sind losgeradelt. Die heutige Sehenswürdigkeit ist die Schönheit der Natur Schwedens. Ab und zu holt uns ein einsames falunrotes schwedisches Häuschen zurück in die menschliche Realität, ansonsten tauchten wir tief ein die schwedische Natur.

Tag 5: Järna - Trosa

Unerwartete Oldtimerparade

Die Etappe führt zuerst an Järna vorbei, das sich als relativ unspektakuläres Wohngebiet entpuppte. Wir hielten uns also nicht allzu lange dort auf und fuhren zügig auf Autostrassen, Forst- und Schotterwegen weiter.

Von weitem kann man bereits das anthroposophische Zentrum Ytterjärna sehen. Es hat eine etwas skurril wirkende Architektur. Es war eigentlich noch etwas früh für eine Pause, aber wir packten die Gelegenheit beim Schopf und verschnauften kurz im Bistro des Zentrums.

Moderner grauer Metallgebäudekomplex des Kulturhuset Ytterjärna, umgeben von grünen Rasenflächen und Bäumen unter bewölktem Himmel.

Kulturhuset Ytterjärna

Trosa hat uns von allen Orten am besten gefallen. Es führt ein idyllischer Kanal durch die Stadt und die Häuser sind durchgehend im typisch schwedischen Baustil gehalten, wenn auch nicht alle rot gestrichen sind.

Die Tour endete aber nicht im Ort. Wenn man diesen passiert, fährt man über eine flache Brücke auf die kleine Insel «Öbolandet», welche für schwedische Verhältnisse ziemlich dicht besiedelt ist. Wir vermuteten, die Häuser seien wohl alles nur «bescheidene» Feriendomizile, die nun zum Grossteil leer stehen würden. In Schweden waren die Sommerferien bereits vorbei. Auf der Südseite der Insel gibt es einen hübschen Badesteg mit Restaurant, das aber ebenfalls schon geschlossen war. Wir sichteten erneut zwei Rehe auf der Insel, was uns wegen der dichten Überbauung der Insel erstaunte, aber sie schienen sich wohlzufühlen.

Gerade Straße mit Geländern zwischen zwei Yachthäfen mit Booten und Schilf unter blauem Himmel mit weißen Wolken bei Trosa.

Die Brücke zwischen Trosa und der Insel Öbolandet

Zufälligerweise fand im hübschen Städtchen Trosa an diesem Abend ein Oldtimer-Treffen statt. Wir gingen natürlich hin und guckten uns die Fahrzeuge an, auch wenn niemand von uns sich mit Autos auskennt.

Zufälligerweise, als wir nach unserem Abendessen aus dem Restaurant rauskamen, machten die Oldtimer eine kleine Parade durch den Ort. Wir genossen die Vorstellung und die Oldtimer-Besitzer genossen die Aufmerksamkeit. Ein Wagen fiel uns besonders auf, nicht wegen des Autos, sondern wegen des Berliner Nummernschildes. Offenbar scheint dieses Treffen international bekannt zu sein.

Rotes Oldtimer-Cabrio im Vordergrund einer Oldtimer-Show in Trosa, mit blauen und anderen Klassikern auf Rasen unter großen Bäumen.

Oldtimer-Treffen in Trosa

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Wir erreichten unser Hotel nach 46 km um 13:40 Uhr. Wir nahmen einen kleinen Aperitif, bevor wir uns noch auf den Abstecher machten auf eine kleine Insel, direkt vor dem Städtchen Trosa. Zusammen mit der Insel haben wir an diesem Tag 55 km mit 3 h Fahrzeit hinter uns gebracht.

In Trosa erwartete uns das zentral gelegene Stadshotell & Spa Trosa. Den Spa haben wir zugegebenermassen nicht genutzt, wir waren zu sehr angetan von dem idyllischen Städtchen Trosa, in dem die Uhren etwas langsamer zu ticken scheinen. Mit Abstand unser Lieblingsort und eine kleine Krönung der Reise, bevor es ins grosse Stockholm zurückgeht.

Järna an sich ist keine besondere Sehenswürdigkeit, jedoch ist die Geschichte dazu interessant. Im Zweiten Weltkrieg flohen Familien mit behinderten Kindern dorthin, damit die Kinder nicht in Konzentrationslager gebracht wurden. In der Stadt findet man mehrere anthroposophische Schulen (Steiner-/Waldorf-/Montessorischulen) und es gibt viele Einrichtungen, welche Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt eingliedern. Die Strecke führt durch einen ebensolchen Arbeitshof und an dem anthroposophischen Kulturzentrum Ytterjärna vorbei. Es wurde 2001 für seine ganz typische, gespickt mit gerundeten organischen und geometrischen Formen, Architektur ausgezeichnet.

Tag 6: Trosa - Stockholm

Zurück in die Realität - begleitet von der weissen Ente aus Berlin

Wir machten uns schon am Vorabend Gedanken über die Zugfahrt nach Stockholm: Wir mussten spätestens bis 14:00 Uhr am Bahnhof Tumba sein. Danach durften wir mit den Velos nicht mehr in den Zug einsteigen. Während der Stosszeiten (ab 15:00 Uhr) sind Velos im öffentlichen Verkehr verboten. Unsere Sorge war aber unbegründet, kurz nach 12 waren wir bereits am Bahnhof.

Wir radelten also früh morgens los und durchquerten weitere Felder und Waldabschnitte, Pferde- und Kuhkoppeln waren weiterhin treue Begleiter. Ein langes Stück legten wir auf einer Autostrasse zurück (ungefähr 10 km). Da wir hier auf offenem Feld unterwegs waren, blies uns der Wind stärker als sonst entgegen. Wir waren froh, als wir am Ende dieses Teilstücks bei der Fähre angelangten. Direkt neben dem Anleger tummelte sich eine riesige Schar Vögel. Erst da bemerkten wir, dass wir bis jetzt durch das Naturschutzgebiet Tullgarn gefahren waren, welches für seine Vogelvielfalt bekannt ist.

Breiter See mit ruhigem Wasser und grünem Ufer. Bewaldete Hügel im Hintergrund unter bewölktem Himmel. Vögel am Ufer versammelt.

Ruhe im Naturschutzgebiet Tullgarn

Auch hier warteten wir ca. 15 Minuten auf die nächste Fähre. Zufälle gibts: Einer der Oldtimer von gestern war ebenfalls auf unserer Fähre: die weisse Ente aus Berlin!

Eine deutlich grössere Herausforderung als die Uhrzeit war das Reinkommen in den Bahnhof von Tumba. Mit Schrecken stellten wir fest: Die E-Bikes sind zu gross für den Lift! Schlussendlich konnten wir die Velos über eine schmale Rampe die Treppe hochschieben, jeweils zu zweit, da die E-Bikes ein rechtes Gewicht haben. Der Einstieg in den Zug und Ausstieg in Stockholm selbst verlief zu unserer Erleichterung dann problemlos. In Stockholm fuhren wir ca. 5 Minuten zurück zum altbekannten Hotel Birger Jarl. Fast wie heimkommen!

Asphaltierter Radweg parallel zu einer Autobahn, gesäumt von hohen Kiefern auf beiden Seiten unter teilweise bewölktem Himmel bei Stockholm.

Fast geschafft - auf dem Rückweg via Tumba nach Stockholm

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Am letzten Tag warteten 50 km auf uns, diese absolvierten wir in 2.5 - 3 h. Man fährt nicht ganz bis nach Stockholm, nur bis Tumba. Von da aus nimmt man die S-Bahn bis nach Stockholm (Fahrt dauert ca. 30 Minuten).

Wir übernachteten ein zweites Mal im Birger Jarl Hotel, wie schon zu Beginn der Reise. Die Velos konnten wir praktischerweise wieder in der Garage deponieren.

Fazit

Schweden spricht durch seine natürliche Schönheit für sich: Man ist immer von herrlichen Laub-, Birken- oder Tannenwäldern oder weitläufigen Feldern umgeben, auf denen öfters dekorativ Pferde und Kühe grasen. Es windete immer ein wenig, aber wenn man nicht gerade auf offenem Feld unterwegs ist, stellt dies mit dem E-Bike kein Hindernis dar. Schweden auf dem Velo zu besichtigen war herrlich und wir werden auf jeden Fall wieder einmal in dieses wunderschöne Land reisen.

Holzpicknicktische auf grasigem Ufer mit Blick auf ruhigen See mit Schilf. Bäume rahmen die Aussicht unter teilweise bewölktem Himmel bei Trosa.

Picknickplatz mitten in der Natur

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