Reisebericht Sentiero Lago di Lugano

Diese Wanderung erstaunt einen jeden Tag aufs Neue und bietet landschaftlich alles was das Herz begehrt: eine traumhafte Kulisse der höchsten Schweizer Berge wie das Monte-Rosa Massiv oder dem Dom, die atemberaubende Aussicht auf den immer wiederkehrenden Luganersee, sowie dem Lago Maggiore und von weitem sogar den Comersee, märchenhafte Kastanien- und Birkenwälder, welche sich mit den kleinen typischen Steinhäusern des Tessins abwechseln.

Die Kulinarik kommt dabei nicht zu kurz und am Abend, wenn man auf einer der zwei Berghütten den wunderschönen Sonnenuntergang beobachtet, geniesst man einen guten Tropfen Merlot und eine feine Polenta oder Risotto dazu.

1. Etappe Lugano – Magliaso – Novaggio / Migleglia

Der Start unserer Wanderung verläuft anfangs an der Hauptstrasse entlang, was sich aber schnell ändert. Bald sind wir im Wald und hören den Verkehr der Strasse kaum noch. Entlang des Flusses «Magliasina» laufen wir hoch nach «Pura», einem typischen Tessinerdorf, mit kleinen, engen Gassen und wunderschönen Steinhäusern.

Meistens geht der Wanderweg durch den Wald und ist einfach zu laufen, da es wenig Steigung hat.  Ein perfekter Einstieg für den ersten Tag! Schon bald erreichen wir das nächste Dorf «Curio». Von hier aus haben wir eine wunderschöne Aussicht auf die hügelige Landschaft und können die Herbstfarben der Wälder bestaunen. 

Kurz darauf erreichen wir bereits Novaggio, unser heutiger Übernachtungsort, beschliessen jedoch, die letzten 45 Minuten nach Migleglia noch auf uns zu nehmen. Und das lohnt sich: In Migleglia angekommen, schlängeln wir uns durch die schmalen Gassen hoch bis zur Kirche San Stefano al Colla und bewundern die atemberaubende Aussicht über das Thal. Glücklich über unseren ersten geschafften Tag, gibt es als Belohnung einen feinen Tessiner «Merlot Bianco».

Mit dem Bus kehren wir nach Novaggio zurück, wo wir noch einen kleinen Spaziergang unternehmen. Im ganzen Dorf zeigen sich Bilder auf Steinplatten, welche von verschiedenen Künstlern gemalt wurden.  Am Abend lassen wir uns im Restaurant vom Hotel Belcantone, wo wir auch übernachten, mit typischen Tessiner Spezialitäten verwöhnen.

2. Etappe Novaggio / Migleglia – Rivera

Damit wir für die heutige Etappe genügend Proviant dabeihaben, gehen wir nach dem Frühstück noch kurz in den kleinen Lebensmittelladen gleich neben unserem Hotel einkaufen. Hier ist noch alles sehr urchig und wir sind erstaunt, dass überall noch mit Bargeld bezahlt werden muss. Um 09:00 Uhr nehmen wir den Bus zurück nach Migleglia. Mit dem Ticino Ticket ist die Fahrt gratis und bald sind wir auch schon bei der Monte Lema Bahn.

Mit der modernen 3-teilige Seilbahn sind wir in nur 10 Minuten auf den Gipfel (1624 m). Oben angekommen, geniessen wir eine atemberaubende Aussicht, die dank dem schönen Wetter bis ins Unendliche zu reichen scheint. Von diesem beeindruckenden Panoramagipfel aus bestaunen wir die Südtäler des Tessins, den Luganersee, den Lago Maggiore sowie die traumhafte Bergwelt der Bündner und Walliser Alpen.

Der spektakuläre und abwechslungsreiche Wanderweg Richtung Monte Tamaro läuft meistens am Grat oder am Rücken der Berge entlang. Man wandert immer etwas hoch und runter und manchmal ist der Weg auch etwas ausgesetzt. Trittsicherheit ist hier gefragt.

Der letzte Aufstieg auf den Monte Tamaro hat es in sich: der Weg ist sehr steil und geht in zickzack Linien hoch bis zum Gipfel (1936 m).  Nach 40 Minuten kommen wir am Gipfel an und können uns von der 360 ° Berg- und Seenaussicht kaum satt sehen. Der kühle Wind zwingt uns, uns wärmer anzuziehen und bald den Abstieg auf uns zu nehmen.

Auf dem Weg kommen wir zur Capanna Tamaro vorbei, wo wir uns mit einer heissen «Minestrone» aufwärmen.  Nach 5 Stunden Wanderung, kommen wir an unser Ziel, der «Alpe Foppa». Neben einer Rodelbahn, einem Seilpark und einem kleinen See, kommen viele Besucher auch hierher, um die berühmte und zeitgenössische Kirche «Santa Maria degli Angeli» vom weltbekannten Architekten Mario Botta zu bestaunen.

Wir lassen das alles mit einem verdienten Apero noch auf uns wirken und machen uns dann mit der Seilbahn auf den Weg hinunter nach Rivera, wo wir auch gleich im Hotel Elvezia einchecken. Das Hotel ist einfach, sauber und zentral gelegen. Rivera ist ein Durchgangsort und hat nur wenig Charme. Jedoch gibt es hier ein tolles Thermalbad, das «Spash & Spa».

Wir entscheiden uns, noch 2 Stunden relaxen zu gehen (20% Rabatt mit dem Ticino Ticket) und uns zu entspannen, bevor es am nächsten Tag weiter geht.

3. Etappe Rivera – Capanna Monte Bar

Heute nehmen wir den Bus um 09:52 Uhr nach Medeglia Paese. Da wir die nächsten 2 Tagen auf Hütten übernachten werden, packen wir unseren Rucksack mit den nötigen Sachen. Der Bus fährt gleich neben dem Hotel und nach nur 20 Minuten erreichen wir unser Ziel. Wir machen uns sofort auf den Weg und schon bald befinden wir uns in einem märchenhaften Birkenwald. Obwohl der Weg meistens steigt, ist er nicht zu anstrengend und wir kommen gut voran. So gut, dass wir statt der Nr. 52 nur noch dem Panorama Trail folgen und schon bald merken, dass wir uns tatsächlich verlaufen haben.

Nach einem kurzen Blick auf die Schweiz Mobil App wird uns jedoch klar, dass auch dieser Weg uns zum Ziel führt und somit laufen wir (mit einer kleinen Abkürzung) weiter. Schon bald erreichen wir ein Hochplateau und sehen von weitem unser nächstes Ziel in Form eines Kreuzes auf einem Hügel stehen. Beim «Motto della Croce» angekommen, sind wir sprachlos. Die Aussicht auf den Luganersee und die umliegenden Berge und Hügel ist unübertrefflich.

Nach einer kurzen Pause nehmen wir die letzte Stunde auf uns. Der breite Kieselweg ist einfach zu gehen und es gibt kaum noch Steigung. Bei der neuen, modernen Capana Monte Bar (1600 m) angekommen, suchen wir uns zuerst ein sonniges Plätzchen auf der Terasse und geniessen die Aussicht. Von hier aus hat man einen guten Panoramablick über die gesamte Kette der Denti della Vecchia, welche wir schon bald aus der Nähe betrachten werden (Tag 5).

Die würfelartige Capanna Monte Bar ist mit einer Holzfassade umhüllt und die grosse Fensterfront gibt Sicht auf das aussergewöhnliche Alpenpanorama.
Wir übernachten in einem 4er Zimmer mit einem weiteren Gast. Alles ist eingebettet, trotzdem schlafen wir wegen der Momentanen COVID-Situation in unserem mitgebrachten Seidenschlafsack. Es gibt für die Gäste Einzelkabinenduschen, man bezahlt jedoch extra fürs Duschen (ohne Zeitlimite). Das Personal ist sehr nett, zuvorkommend und spricht Deutsch.

4. Etappe Capanna Monte Bar – Capanna Pairolo

Heute ist wohl die strengste Etappe unserer Wanderung. Um 08:00 Uhr wir das Frühstück serviert und danach packen wir unsere sieben Sachen und machen uns auf den Weg zum Monte Bar. Von der Capanna führt ein steiler Weg während 30 Minuten hoch zum Gipfel.

Auch hier haben wir wieder eine rundum Aussicht auf die umliegenden Berge, Seen und Täler. Der strengste Aufstieg haben wir allerdings noch vor uns: der Gazzirola (2116 m). Dieser Gipfel ist der höchste Punkt unserer gesamten Wanderung und befindet sich zuhinterst im Val Colla. Die 500 Höhenmeter Aufstieg sind sehr anstrengend und wir kommen beide nach einer Stunde erschöpft, aber glücklich am Gipfel an.

Abschnittsweise liegt noch Schnee auf dem Boden und ein zügiger Wind weht uns ins Gesicht. Die Strapazen haben sich jedoch gelohnt und auch hier werden wir wieder mit einer einzigartigen Aussicht belohnt: den Golf von Lugano, die Alpen, den Camoghè sowie die nahe gelegene Poebene. Ebenfalls befinden wir uns auf dieser Wanderung ab hier meist auf der Schweiz-Italienischen Grenze, welche mit Grenzsteinen markiert ist.

Nach einer kurzen Pause und einer kleinen Stärkung laufen wir entlang des Grades bis zum «Croce», von wo aus wir den schönen Bergtag mit Blick auf unser Nachbarland geniessen können.
Später folgen wir weiter dem Grenzverlauf bis hinunter nach San Lucio. Der Abstieg ist sehr steil und voller Geröll. Dies ist der einzige Abschnitt, welcher auf der ganzen Wanderung nicht sehr schön zu laufen ist.

An der ehemaligen (italienischen) Militärunterkunft vorbei kommen wir dem auffälligen und doch einfachen Bau der Chiesa San Lucio näher.

Wir entscheiden uns, eine kleine Pause in der nahe gelegenen Capanna San Lucio einzulegen und uns mit einer wohlschmeckende «Minestrone» zu stärken.

Anschliessend wandern wir weiter Richtung Bocchetta di S Bernardo, von wo aus der letzte Anstieg für heute bevorsteht. Dieser hat es nochmals in sich und geht praktisch gerade hoch. Oben angekommen, thront ein weiteres Kreuz vor unseren Augen auf und wir geniessen oben das herrliche Panorama zum Val Cavargna in Italien und das Tessiner Val Colla. Beim letzten Abstieg dringen wir wieder in den Wald ein. Der steile Weg hinunter bis zur Capanna Pairolo zieht sich in die Länge und wir spüren bereits die Müdigkeit in unseren Knien und den bevorstehenden Muskelkater.

Um 17.00 Uhr kommen wir in der Hütte an und freuen uns auf eine Dusche. Wir werden sehr nett empfangen, jedoch teilt uns der Wirt mit, dass aufgrund der Coronamassnahmen die Duschen nicht benutzt werden können.  Wir machen das Beste draus und geniessen bei einem traumhaften Sonnenuntergang einen feinen Tessiner Merlot und freuen uns auf das 3-Gänge Essen.

Unser 2er-Zimmer mit Stockbett ist sehr klein, aber sauber. Das Bad befindet sich im unteren Stock und als noch der Strom dieser Abend ausfällt, sind wir froh, dass wir unser Handy mit Taschenlampenfunktion mitdabeihaben.

5. Etappe Capanna Pairolo – Lugano

Der heutige Tag beginnt mit einer leichten Steigung und wie bereits vermutet, spüren wir beide den Muskelkater in unseren Oberschenkel. Eines der heutigen Highlights ist die Denti della Vecchia, eine Graterhebung zwischen dem Monte Brè und Cima di Foiorina. Der Weg schlängelt sich inmitten der schattigen Buchen- und Kiefernwälder hindurch, welche auch manchmal mit grossen Felsbrocken übersät ist.

Schon bald sind wir inmitten der imposanten Zinnen der Denti della Vecchia und können die grossartige Aussicht auf die Tessiner, Walliser und italienischer Bergspitzen geniessen.

Bei der Kreuzung Pian di Scagn entscheiden wir uns, auf den eher unbekannten hohen Grenzgipfel Monte Boglia (1516m ) hochzusteigen. Der Aufstieg durch den erfrischenden Wald ist steil und anstrengend.

Der 360° Blick vom Gipfel aus auf den Luganersee und nach Italien ist unübertrefflich und unser Glücksgefühl steigt. Wir setzen uns auf einem der Bänke, lassen den Blick über den weiten Horizont schweifen und geniessen für einen Moment die Stille, die uns umgibt.

Nun steht uns der Abstieg von 700m bevor. Anfangs noch ein schmaler Pfad, wird der Weg immer wie breiter. Durch die grossen Kurven ist er nicht zu steil und daher angenehm zu gehen.  Schon bald finden wir uns im schattigen Kastanienwald wieder und erreichen am Ende das typische Tessinerdorf Brè, mit seinen engen Gassen und steinernen Häuser.

Nun nehmen wir den letzten Aufstieg für heute auf uns und steigen während einer halben Stunde die zahlreichen Treppen zum Monte Brè hoch. Auch hier werden wir wieder mit einer herrlichen Sicht auf den Luganersee und den Comer Voralpen belohnt. Gegenüber erblicken wir den San Salvatore und San Giorgio, die Ziele unserer nächsten Etappen. Im Restaurant Vetta bekommen wir noch einen Tisch und bestellen etwas Kleines zu Essen. Die Aussicht von der Terrasse ist traumhaft, das Essen erfüllt jedoch leider nicht unseren Erwartungen. Nach dem Essen nehmen wir das Funicolare hinunter nach Lugano und den Bus ins Centro.

Das Hotel ist sehr zentral und das Zimmer ist für ein 3* Hotel in Ordnung. Für das Frühstück müssen wir wegen der Corona Massnahmen eine Zeit angeben. Da wir am nächsten Tag eine nicht sehr strenge Etappe haben, entscheiden wir uns für 09:00 Uhr.

6. Etappe Lugano – Serpiano

Heute fahren wir mit der roten Standseilbahn zum San Salvatore, welcher sich majestätisch in den Himmel von Lugano erhebt und sparen und somit die 600 Höhenmeter Aufstieg. Oben angekommen steigen wir zur Kirche und der Capodoro-Terrasse hoch, welche sich auf dem Gipfel des San Salvatore befindet. Von hier aus haben wir einen überwältigenden 360°-Rundblick auf den Lago di Lugano, der Poebene und den Savoyer- und Schweizeralpen.

Nach dieser kurzen Pause treten wir unsere dreistündige Gratwanderung nach Morcote an. Der Weg ist einfach und geht immer etwas hinunter. Wir laufen durch die wunderschönen Kastanienwälder und könnten unseren Tag mit Marroni sammeln verbringen, so viele liegen hier auf dem Boden. Die kleinen Dörfer, an denen wir vorbeikommen, laden sehr zum Verweilen ein, jedoch dürfen wir nicht zu sehr schlendern, da wir das Boot nach Serpiano um 15:15 ab Morcote nicht verpassen dürfen.

Wir passieren die Botanischen Garten San Grato, welcher uns mit seinen zahlreichen Pflanzen und Blumen fasziniert. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter zur Alpe Viacania. Von hier führen rund 1200 Treppen hinunter nach Morcote. Die zahlreichen Stufen scheinen kein Ende zu haben und unsere Knie kriegen dies auch zu spüren! Nach 45 Minuten erreichen wir das pittoreske Dörfchen Morcote. Von oben sehen wir bereits den berühmten Kirchenturm. Zu Recht ist dies einer der meistfotografierten und besuchten Ort im Tessin.

Wir machen Halt bei einem kleinen Rastplatz oberhalb des Dorfes und bestaunen die Aussicht mit der Statue der Hl. Maria sowie dem Kirchenturm. Wir gehen weiter hinunter zur Kirche Madonna del Sasso und zur Kapelle S. Antonio da Padova. Den Treppen entlang befinden sich zahlreiche Palmen, Zypressen und Bambuspflanzen und wir fühlen uns, als wären wir in der Toskana.

Da wir noch etwas Zeit haben, gehen wir einen kleinen Happen in einem der Restaurants am Strassenrand essen. Die Pizza ist hervorragend und der Service schnell und aufmerksam. Wir schaffen es somit ohne Stress auf das Boot «San Gottardo» um 15:15 und lösen am Schalter gleich ein Kombi-Ticket für das Schiff und die Seilbahn nach Serpiano. Die Überfahrt nach Brusino-Arsizio dauert nur etwa 10 Minuten und die Seilbahn nach Serpiano ist eine Minute von der Anlegestation entfernt.

Wir sind die einzigen in der kleinen Seilbahn und müssen nicht lange warten bis wir losfahren. Oben genkommen, laufen wir noch ca. 20 Minuten auf einem flachen Wanderweg durch den Wald, bis wir das Hotel erreichen. Gleich nach dem Einchecken, erkunden wir den kleinen, aber schönen Wellnessbereich mit Sprudelbad, Hallenbad und zwei Saunen und lassen es uns gut gehen.

Die Zimmer sind gross und hell und haben einen Balkon mit Seesicht. Am schönsten ist die Aussicht von der grossen Terrasse aus, welche über den Luganersee, nach Morcote, Melide und den San Salvatore Ausblick gibt. Auch das Abendessen im Hauseigenen Restaurant ist hervorragend und nach einer Partie Billard gehen wir erschöpft, aber glücklich ins Bett.

7. Etappe Serpiano - Capolago

Nach einem reichhaltigen Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Monte San Giorgio (1097m). Der Himmel ist strahlend blau, jedoch weht ein kräftiger Wind und es stürmt. Da unser Wanderweg ausschliesslich durch den Wald führt, bekommen wir davon nicht sehr viel mit. Der Aufstieg zum Monte San Giorgio geht stetig bergauf. Auf diesem Berg befindet sich eine der weltweit wichtigsten Fossillagerstätten und gehört zum «Weltkulturerbe der UNESCO».

Nach 90 Minuten erreichen wir den Gipfel mit einer kleinen Kirche, wo wir wiederum ein traumhaftes Panorama vom See bis zu den Bergen geniessen können. Insbesondere der Ausblick auf die Ufer des Luganersees mit seinen kleinen Schweizer und italienischen Ortschaften, dem Malcantone, Morcote und dem San Salvatore sind fabelhaft.

Wir laufen den Weg weiter Richtung Meride. Da wir leider an einem Montag da sind, können wir das Fossilienmuseum nicht besuchen, da es geschlossen ist. Als wir auf der Suche nach einem Restaurant sind, um ein Apero zu nehmen, spricht uns ein Herr an und verkauft uns eine Flasche Tessiner Weisswein. Obwohl sein Restaurant geschlossen ist und er nicht bleiben kann, dürfen wir auf seiner Terrasse sitzen und die warme Sonne geniessen. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Capolago.

Unser Hotel befindet sich gleich neben dem der Zugstation. Das Zimmer ist einfach und geräumig. Jedoch ist das Zimmer sehr hellhörig.

Für das Abendessen entscheiden wir uns, mit dem Bus nach Mendrisio zu fahren und dort in einem der Grottos essen zu gehen. Im Antico Grotto werden wir mit einem hervorragenden Wildmenü und einem hervorragenden Service verwöhnt.

8. Tag: Capolago – Mendrisio

Am letzten Tag unserer Reise müssen wir es nicht allzu streng nehmen, da die erste Bahn auf den Monte Generoso erst um 09:25 Uhr fährt.  Nach einem kräftigen Frühstück nehmen wir die 40-minütige Fahrt mit der Zahnradbahn auf uns. Oben angekommen, sehen wir als erstes das moderne Bauwerk „Fiore di pietra“, welches vom berühmten Architekten Mario Botta erbaute wurde.

Wir nehmen den kurzen Aufstieg auf die Aussichtsplattform (1704m) auf uns und lassen nochmals das 360°-Panorama auf uns wirken. Die Grösse des Monte-Rosa Massivs kommt schön zur Geltung und der Spitz des Matterhorns zeigt sich auch von weitem. Ebenso erblickt man auch das Seengebiet (die Seen von Lugano, Como, Varese und Maggiore), die Stadt Lugano, die Po-Ebene mit Mailand und vom Apennin bis zur Alpenkette.

Wir nehmen die letzte Etappe auf uns und folgend den Wanderweg vorbei an den Nevèren, welche als Vorgänger der modernen Kühlschränke gelten. Diese zylinderförmigen Steinbauten wurden damals zur Lagerung von Milch für die Weiterverarbeitung zu Butter und Käse errichtet.

Wir passieren kleine Dörfer und wandern wieder durch die vom Herbst verfärbten Wälder mit Ihren zahlreichen Kastanienbäumen. Der Weg geht stetig bergab und auch hier werden unsere Knie wieder gefordert. In Muggio angekommen, machen wir eine kleine Pause in einem einheimischen Restaurant. Weiter geht die Wanderung nach Cabbio, Bruzella und Caneggio.

Alles kleine, hübsche Tessinerdörfchen mit engen Gassen und natürlich jeweils einem überragenden Kirchenturm. Als wir in Castél San Pietro ankommen, sind wir zeitlich etwas knapp, da wir den einzigen Bus von Mendrisio zurück nach Serpiano erreichen müssen, um das Auto meiner Cousine holen zu gehen. Wir entscheiden uns, den letzten Abschnitt nach Mendrisio mit dem Bus zu fahren, damit wir den Anschluss nicht verpassen.

Da wir noch eine Nacht länger im Tessin verbringen, lassen wir unser Gepäck in unserem gebuchten Hotel in Melide transportieren und verbringen noch einen schönen Abend am Lago di Lugano.

Weitere Impressionen aus unserem Reiseblog

Unsere Reisen entlang des Sentiero Lago di Lugano