Wandertour Schluchtensteig

Reisebericht von Daniela Meili

Tag 1: Anreise nach Stühlingen, Stühlingen - Blumberg

Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir Stühlingen, der Start unserer Wandertour am Schluchtensteig. Unser Auto haben wir beim Schluchtensteig-Parkplatz stehen lassen und wandern durch Stühlingen. Schon bald erreichen wir die Wutach und folgen dem Fluss auf Feld- und Waldwegen. Beim Gasthaus Wutachschlucht überqueren wir die Autostrasse und die Bahngleise. Immer wieder hören wir die Sauschwänzlebahn in der Ferne oder wandern an Brücken dieser Bahn vorbei. Über eine Brücke gelangen wir auf die andere Seite der Wutach und gehen nun ein längeres Stück dem schmalen und wurzligen Waldweg oberhalb der Wutach entlang.

Bei Nässe könnte besonders dieser Abschnitt sehr rutschig sein. Wir folgen dem gut ausgeschilderten Schluchtensteig und erreichen einen schönen Picknickplatz. Bei dieser Etappe sollte man sich ein Picknick sowie genügend Wasser einpacken, da es auf der ersten Etappe keine Möglichkeit gibt, um sich zu verpflegen.

Wir erreichen nach vielen Auf-und Abs einen Feldweg und geniessen den Ausblick über die Weite. Das letzte Stück der heutigen Etappe führt und über den Buchberg. Bei der Buchberghütte auf 876 Metern über Meer legen wir einen Stopp ein und geniessen einen herrlichen Panoramablick über die zurückgelegte Tour. Durch den Wald hinunter erreichen wir unser Etappenziel Blumberg.

Fazit: Mittel, toller Einstieg für das Schluchtenfeeling. Zuerst eher eben, anschliessend abwechselnd
Auf- und Ab entlang der Wutachflühen. Ab dem Wanderparkplatz "Wutachflühen" einen steileren
Aufstieg zum Buchberg mit tollem Ausblick. Grösstenteils im Wald unterwegs, der Aufstieg auf den
Buchberg auf asphaltiertem Weg, in der Schlucht kann es teilweise rutschig sein.

Tag 2: Blumberg - Schattenmühle

Der heutige Tag startet in Blumberg mit einem köstlichen Frühstück. Wir wandern aus Blumberg
hinaus und erreichen nach einem kurzen Marsch den Wald. Bei den Schleifenbachwasserfällen steigen wir vorsichtig eine steile Leiter hinunter und überqueren den Bach.

 Bald sind wir auch wieder weg von den Wasserfällen und laufen durch Achdorf weiter auf einem Wanderweg nach Aselfingen. Der Schluchtensteig führt uns nun über das Gelände eines Sägewerks und zum Eingang der Schlucht. Wir merken, der Weg wird nun schmaler und felsiger. Rechts rauscht die Wutach an uns vorbei. Immer wieder passieren wir Abschnitte, die mit Drahtseil gesichert sind. Wir wechseln  zwischen erdigen Wegen und felsigen Auf- und Abstiegen. Auf Wasserhöhe mit der Wutach gelangen wir an einen breiten Kieselstrand, wo wir unsere Wanderschuhe ausziehen und die Füsse im kalten Nass kühlen. Auf einem Wurzelpfad gehen wir weiter und kommen der Schattenmühe immer näher. Heute sind auch sehr viele weitere Wanderer unterwegs - mehrheitlich Tagesausflüger, wie wir erfahren. Der "Grand Canyon" des Schwarzwaldes ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Wir passieren immer wieder einzelne kleinere Wasserfälle, alte Holzbrücken und folgen dem schmalen Pfad, bis wir aus dem Wald treten und sofort das grosse Gasthaus Schattenmühle entdecken.

Fazit: Schwer, schönste Etappe der Tour. Gleich zu Beginn einzelne Abschnitte über steilere Treppen. Der Weg wechselt zwischen kurzen Stücken auf Asphalt und längeren Teilen im Wald bis es schluchtartig wird. Enge Wege und steilere Abstiege in der Wutachschlucht. Durch die Umleitungen kann man bis zu 1,5 Stunden länger unterwegs sein.

Tag 3: Blumberg - Fischbach-Schluchsee

Nach dem Frühstück, welches direkt am Tisch bereit steht, wandern wir gleich ein steileres Stück auf einem Waldweg hinauf. Zwischen hohen Wiesen und Kornfeldern gibt es die erste Verschnaufpause. Wir folgen dem nun schmaler werdenden Pfad und folgen der Schluchtensteigmarkierung hinunter.

Entlang der Wutach und im schattigen Wald wandern wir weiter. Immer wieder passieren wir schöne Stellen direkt am Wasser. Der verwachsene Pfad entlang der Wutach, mit leichtem Auf und Ab, ist angenehm zu gehen. Der Weg führt nun hinauf zum Rechenfelsen und weiter zum Höllochfelsen. Wir passieren einige Male die gut ausgeschilderte Radstrecke und verlassen den breiten Weg nach links. Steile Holztreppen mit teilweise hohen Tritten überwältigen wir bis es gleich wieder entlang einem flachen Pfad und dem Wasser weiter geht.

Sobald wir aus dem Wald treten, folgen wir dem asphaltierten Weg leicht hinunter und passieren eine Weide mit grasenden Pferden und einzelne Wohnhäuser. Durch den Kurpark und dann zur Ortsmitte von Lenzkirch wandern wir weiter und kommen um die Mittagszeit für einen Rast in Lenzkirch an. Vom Kurort Lenzkirch aus, wandern wir hinauf in Richtung Fischbach und vorbei an einem Picknick-Platz mit kleinem Geologiepark. Wir wandern nun steil hinauf zur Fischbacher Höhe, passieren nochmals einen Rastplatz mit Spielplatz und laufen noch knapp einen halben Kilometer hinunter bis zur Bushaltestelle Hirschen-Fischbach.

Fazit: Schwer, viel durch den Wald, aber auch hier kommt das Schluchtensteigfeeling nicht zu kurz. Schmale Pfade, steile Felskanten und die rauschende Wutach meistens hörbar. Grösstenteils auf Feld- und Waldpfaden.

Tag 4: Fischbach-Schluchsee - St. Blasien

Wir starten bei sonnigem Wetter unsere heutige Etappe und wandern immer wieder leicht bergauf und bergab bis zum Aussichtspunkt Bildstein. Vom höchsten Aussichtspunkt des Schluchtensteigs geniesst man tolle Ausblicke auf den Schluchsee und den Feldberg.

Durch einen Wald gehen wir hinunter bis zum Schluchsee und vorbei an einem Naturcamp, wo bei herbstlichem Wetter die Letzten Ihr Zelt abbauen. Auf einem breiten, kiesigen Weg wandern wir entlang des Ufers des Schluchsees. Am Uferweg laden Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. Nach der Vesperstube Unterkrummenhof geht es leicht hoch. Das Restaurant bereitet einfache Mahlzeiten zu und bietet einen schönen Blick über den See.

Wir wechseln zwischen aussichtsreichen und längeren Etappen im Wald. Beim gedeckten Rastplatz Krummenkreuz können wir unsere Trinkflaschen am Brunnen füllen und wandern durch den Wald wieder hinunter. Wir passieren einzelne Bauernhäuser, weite Weiden und die schmucke Dorfkapelle Blasiwald-Althütte.

Das letzte Stück führt wieder auf einem schmalen Weg durch den Wald und durch die Windbergschlucht. Hier kommt für die heutige Etappe endlich wieder Schluchtensteig-Feeling auf! Wir erblicken durch die vielen Bäume auch schon bald die ersten Häuser von St. Blasien. Auf Asphalt wandern wir mit zügigem Schritt hinunter bis zur Stadtmitte und dem Dom von St. Blasien.

Fazit: leicht, auch wenn mehrere Höhenmeter gewandert werden, fällt dies nicht besonders auf.  Einzig nennenswerter Aufstieg auf den Bildstein und Abstieg hinunter nach St. Blasien. Sonst eher viele langgezogene Auf- oder Abstiege, tolle Ausblicke auf Schluchsee. Eher im Wald unterwegs.

Tag 5: St. Blasien - Todtmoos

Leichter Nebel liegt in der Luft und wir starten die vierte Etappe beim Kurpark St. Blasien. Ein steiler Weg führt uns hinauf, anfangs noch mit dem Dom im Rücken, bis es immer tiefer in den Wald geht. Bis zum Aussichtsturm Lehenkopfturm sind wir etwa eine Stunde unterwegs. Der Turm kann über Holztreppen bestiegen werden, so dass man einen herrlichen Rundumblick über den Schwarzwald geniesst.

Wir wandern auf einem schmalen Waldpfad wieder hinunter und kommen schon bald über weite Wiesen.

Im Restaurant Klosterweiher, beim idyllischen Klosterweiher, kann man gut eine Pause einlegen bevor es wieder eher steil hinauf im Wald oder am Waldrand entlang geht. Die nächsten paar Kilometer laufen sich gut, ohne grössere Höhendifferenzen. Beim Ibacher Friedenskreuz legen wir eine Rast ein, geniessen unser mitgebrachtes Brötchen und die Fernsicht.

Eine Panoramatafel zeigt uns, wo wir zum Beispiel den Titlis oder sogar die Eigernordwand sehen könnten. Über Wiesen und entlang des Waldes führt unser Weg weiter, bis wir kürzere Stücke auf asphaltiertem Weg weiter wandern. Ab dem Ibacher Kreuz geht es nun nur noch abwärts. Durch die ruhige Hohwehraschlucht wandern wir gemütlich der Ibach entlang weiter. Das schöne und einfache Stück erinnert an einen Fantasy-Film, so dass wir das Auslaufen geniessen und glücklich in Todtmoos ankommen.

Fazit: mittel, einzig nennenswerter Aufstieg auf den Lehenkopf. Grösstenteils im offenen Gelände unterwegs mit Blick über die weite Landschaft. Einige Rastplätze mit Panoramatafel. Bei dieser Etappe geht man durch viele Kuhweiden. Letztes Stück in die Hochwehraschlucht hinab, welches nicht sehr steil aber durchaus rutschig sein kann.

Tag 6: Todtmoos - Wehr

Gleich zu Beginn wandern wir durch das schmucke Todtmoos. Todtmoos erinnert in der Früh an einen kleinen Skiort mit der langgezogenen Einkaufspassage und den einzelnen Todtmooser, welche auf dem Rückweg vom Bäcker sind.

Auf dem asphaltierten Weg wandern wir die leicht ansteigende breite Strasse entlang, vorbei an der Wehrawald-Klinik. Noch bevor es in den Wald hineingeht, geniessen wir den Ausblick über Todtmoos.

Im Wald wandern wir auf einem breiten Weg in Richtung Schwarzenbach. Wir gehen durch den verschlafenen Ort und vorbei am Gasthaus Sternen. Wir kommen wieder in den Wald und folgen dem noch breiteren Schotterweg. Nun geht es leicht hinunter durch den schattigen Wald, den kleinen Ort Todtmoos-Au und auf den Wehratalweg.

Wir biegen links ab und gehen auf einem schmalen Pfad entlang des Wehratalpfades. Hier treffen wir nun auf die typische Schluchtensteigumgebung, wo es rechts steil in das Tal hinunter geht und man von unten die Wehra rauschen hört.

Wir folgen dem Weg durch den Bannwald, wo keine forstliche Nutzung mehr stattfindet. Immer wieder geniessen wir die Aussicht über die Weite und Blicke bis tief zur Wehra.

Allmählich verliert der Weg an Höhe und wir wandern auf breitem Weg in den Wald hinein. Noch ein kleiner Blick über den Wehrastausee und wir wandern leicht bergab weiter. Wegen Forstarbeiten verlassen wir nun den offiziellen Schluchtensteig. Statt durch ein Stück im Wald und dann über die Staumauer gehen wir weit um den Stausee herum und wandern gemütlich im Wald weiter. Zum Schluss wandern wir auf asphaltierten Weg hinein ins Zentrum der Weber- und Textilstadt Wehr sowie dem Ende des Schluchtensteiges.

Fazit: mittel, sehr lange Etappe. Abkürzungsmöglichkeiten mit Bus zum Beispiel bei Wehratalbrücke sind möglich. Grösstenteils im Wald und auf breiteren Wegen unterwegs. Dazwischen immer wieder ein Stück auf Asphalt. Der Aufstieg von der Wehratalbrücke bis zur Mettlerhütte eher streng.

 

Fazit und Impressionen

Der gesamte Schluchtensteig ist sehr gut ausgeschildert. Allfällige Umleitungen (wegen Erdrutsch oder Forstarbeiten) sind gut ausgeschildert. Gewandert wird auf schmalen Pfaden und Forstwegen. Die strengen Abschnitte über Stock und Stein werden immer wieder von  breiten und flachen Wegen abgetrennt. Besonders bei der zweiten und dritten Etappe ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Empfohlen werden immer knöchelhohe Wanderschuhe, da die Wege besonders bei Nässe rutschig sein können. Auch Wanderstöcke können hilfreich sein.

Unsere Wanderreise im Schwarzwald

Mittelschwer
Deutschland

Wanderferien Schluchtensteig

8 Tage | Individuelle Einzeltour
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