Velotour vom Reschensee nach Bozen

Reisebericht von Nicole Stoffel

Tag 1: Anreise nach Reschen am See

Eigentlich wäre heute nur der Anreisetag. Wir möchten die Tage aber voll und ganz ausnutzen und deshalb machen wir uns bereits am morgen früh auf den Weg Richtung Südtirol, so dass wir schon kurz vor 11.00 Uhr in Reschen ankommen. Im Hotel Panorama werden wir herzlich empfangen und mit einem Schnaps begrüsst. Noch beim Check-In fragen wir, ob es möglich ist die Räder heute bereits auszuleihen. Und so bringen wir nur die Koffer auf das Zimmer und schwingen uns dann sofort auf den Sattel.Die Idee ist nur kurz zum See runterzufahren und etwas durch das Städtchen zu kurven. Doch das wunderschöne Wetter und die traumhafte Landschaft ziehen uns weiter. Am linken Seeufer entlang kommen wir bei dem Städtchen Graun vorbei, wo wir für den versunkenen Kirchturm einen Fotostopp einlegen. Weiter führt uns die Fahrt zum wunderschönen, naturbelassenen Haidersee.

Im schmucken Städtchen Burgeis angekommen, merken wir, dass unsere Mägen knurren.  Auf der wunderschönen Sonnenterrasse des Hotels "Weissen Kreuz" mit Blick auf das Benediktiner Kloster Marienburg und die Fürstenburg geniessen wir ein ausgezeichnetes Mittagessen. Während dem Mittagessen wird uns bewusst, dass wir etwa 300 Meter tiefer liegen als unser Ausgangspunkt Reschen, und dass wir diese Höhenmeter zwangsläufig wieder hinauf müssen. Na dann, ab in die Pedalen treten.... Das Gewitter, welches urplötzlich aufkommt, bietet eine angenehme Abkühlung und so kommen wir zwar nass aber munter wieder in Reschen an.

Pünktlich zum Informationsgespräch sind wir wieder zurück im Hotel. Den Abend lassen wir bei einem typischen Südtiroler Abendessen und einer guten Flasche Wein im Hotelrestaurant ausklingen.

Tag 2: Reschen – Schlanders, 50 km

Voller Motivation starten wir in unsere erste offizielle Etappe. Der vorabendliche Regen hat die Region gewaschen, die Luft ist rein und die Berge strahlen in vollem Glanz. Es ist Kaiserwetter über dem Vinschgau. Was gibt es Schöneres!

Heute führt uns die Radstrecke um das rechte Seeufer, welches noch schöner zu fahren ist als das Linke. Bis zur Staumauer des Reschensees ist es noch etwas hügelig. Anschliessend geht es stetig talwärts. Die Routen sind so perfekt ausgeschildert, dass wir nie eine Karte herbeiziehen müssen und so die traumhafte Landschaft geniessen können. Nach ca. 1.5 Stunden Fahrt machen wir in Glurns unseren Mittagsstopp.

Das kleinste Städtchen des Südtirols mit seinem charmanten, mittelalterlichen Flair und den vollständig erhaltenen Ringmauern ist auf jeden Fall einen Stopp wert! Zum Glück geht es auch nach dem Mittagessen weiter bergab. Denn mit dem Kaiserschmarren im Bauch, würden grosse sportliche Anstrengungen nicht drin liegen...

Die Strecke führt uns immer der Etsch entlang. Nach Glurns begegnen wir den ersten, für die Region typischen, Apfelhainen. Nach einer weiteren guten Stunde Fahrt, kommen wir bei einer Fischerbeiz vorbei. Die Beiz sieht so gemütlich aus, dass wir einem Apéro nicht wiederstehen können und zudem soll man bei den heissen Temperaturen ja genügend trinken... Gestärkt schwingen wir uns wieder auf den Sattel und nehmen den letzten Teil der Etappe Richtung Schlanders unter die Räder.

Nach einer Erfrischung in unserer heutigen Unterkunft, der Pension Schweitzer, machen wir uns zu Fuss auf den Weg das Städtchen Schlanders zu erkunden. Im schönen Innenhof des Restaurant Goldenen Löwen genehmigen wir uns eine Pizza und amüsieren uns ab einem sehr witzigen, unterhaltsamen Kellner. Zum Abschluss dieses tollen Tages, gibt es in einer Eisdiele ein richtig feines Gelato.

Tag 3: Schlanders - Meran, 40 km

Heute verlassen wir die Bergregion und steuern Meran an. Die Etsch und die Apfelhaine sind unsere stetigen Begleiter. Auch heute geht es wieder schön konstant abwärts und je mehr talwärts wir kommen umso breiter und weniger wild wird die Etsch. Die Temperaturen liegen bei über 35 Grad und so bietet ein Wasserfall eine willkommene Abwechslung.

Die heutige Etappe starten wir früh, denn am Nachmittag haben wir in Lana (etwa 12 km ausserhalb von Meran) eine Golfrunde geplant. So kommen wir bereits zum Mittagessen in Meran an. Gleichzeitig war auch der Gepäcktransport im Hotel und zu unserer positiven Überraschung bekommen wir ein Upgrade in das sehr schöne, moderne 4 Sterne Hotel Meran City. Nach dem Mittagessen machen wir uns auf nach Lana. Der Ausflug hat sich gelohnt. Der Golfplatz ist sehr schön mitten in die Apfelhaine gebaut und sehr gepflegt. Nach der 9-Loch Runde (wo ich mein erstes Bierdie spiele) bringt uns das Taxi wieder zurück nach Meran.

Meran ist nach Bozen die zweitgrösste Stadt der italienischen Provinz Südtirol und zählt 40'000 Einwohner. Das Meraner Becken ist bekannt für sein mildes Klima und seine einzigartige alpin-mediterrane Vegetation. So erstaunt es nicht, dass wir am Abend in der Fussgängerzone von Meran in einer Zeitung lesen können, dass die Südtiroler Männer die höchste Lebenserwartung der ganzen EU haben. Das kann man sich sehr gut vorstellen. Die Region ist wirklich ausserordentlich schön, gemütlich, sauber und die Menschen sehr freundlich. So auch die Bedienung im Restaurant Laubenkeller mitten in der Altstadt. Dort gönnen wir uns zum Ausklang ein feines Abendessen und sehr guten lokalen Wein.

Tag 4: Meran - Bozen, 40 km

Heute steht leider bereits die letzte Etappe an. Aber zuerst möchten wir es nochmals richtig geniessen und radeln zu der Winter- und Sommerpromenade entlang der Prasser. Ein wirklich wunderschöner Spazier-und Fahrradweg mitten in Meran. Gemütlich geht es weiter Richtung Bozen, der Landeshauptstadt des Südtirols. Die Etappe führt uns durch eine abwechslungsreiche Landschaft von Apfelbäumen und Weinreben mit Blick auf das bezaubernde Bergpanorama der Dolomiten. Vor lauter Schwatzen haben wir die Abzweigung nach Lana verpasst und sind dem offiziellen Radweg gefolgt. Somit haben wir 2-3 kleine Orte verpasst und blieben Seite an Seite mit der Etsch.

Bozen liegt auf 250m Meereshöhe und man merkt das italienische Flair, wenn man durch die Stadt flaniert. Etwa dreiviertel aller Einwohner haben die Muttersprache Italienisch. Die sehr schöne Altstadt mit den engen Gässchen, den vielen herzigen Restaurants und Geschäften gefällt uns sehr gut und wir wären gerne noch etwas länger geblieben. Doch steht heute die Abreise an und so können wir uns leider nur viel zu kurz verweilen.

Wir sind etwas traurig, dass wir unsere Fahrräder wieder abgeben müssen. Haben wir uns doch so wohl gefühlt mit unseren treuen Begleitern, welche uns sicher ans Ziel gebracht haben. Nach einer kurzen Erfrischung am Pool des Hotels Scala Stiegl, machen wir uns auf zum Bahnhof von Bozen. Von da geht es per Trenitalia nach Meran, dann weiter mit der Vinschgaubahn nach Mals und von da mit dem Bus nach Reschen, wo unser Auto wartet. Auf dieser 2,5 stündigen Fahrt haben wir schön Zeit die ganze Tour nochmals Revue passieren zu lassen.

Fazit & Impressionen

Die Tour hat uns ausserordentlich gut gefallen und wir würden sie jederzeit weiterempfehlen. Die Strecken waren perfekt ausgeschildert und da es immer abwärts ging sehr einfach zu fahren. Der Etschradweg ist wunderschön angelegt und stets abseits des Strassenverkehrs. Um die Verpflegung musste man sich nie Sorgen machen. Auf den gesamten Strecken gab es sehr viele, gemütliche Radlerbeizen, wo es einem fast schwer fiel daran vorbeizufahren. Die Hotels sind ideal gelegen und die Organisation war einwandfrei. Die Landschaft ist eindrücklich, aufgrund der Höhenunterschiede (Reschen 1500 m, Bozen 250 m) sehr abwechslungsreich und die Südtiroler ausgesprochen freundlich.

Unsere Veloreisen am Etsch-Radweg

Mittel
Italien

Veloferien Reschensee - Verona

8 Tage | Individuelle Einzeltour
(1)
Mittel
Italien

Veloferien Reschensee - Verona

9 Tage | Individuelle Einzeltour
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Leicht
Italien

Veloferien Reschensee - Gardasee

7 Tage | Individuelle Einzeltour
(1)
Leicht
Italien

Veloferien Reschensee - Gardasee

8 Tage | Individuelle Einzeltour
(1)