Wanderferien auf El Hierro

Naturphänomene

Die kleinste der Kanareninseln ist zugleich die westlichste der Inselgruppe. Man hat sie früher Ferro und Isla del Meridiano genannt, letzteres, weil der Nullmeridian durch ihren westlichsten Punkt verlief. Ferro hiess sie nicht etwa wegen Eisenvorkommen, die gibt es dort nämlich nicht. Sondern weil die Ureinwohner sie Esero oder Ero nannten, was soviel wie «riesiger Felsblock» bedeutet – und genau so ragt sie auch aus dem Meer. Der «Felsblock» ist ein Geheimtipp für Wanderer und gehört seit dem Jahr 2000 zum UNESCO Biosphärenreservat. Hört man ein intensives Rauschen, so ist es vielleicht nicht der Wind in den Bäumen und Sträuchern, sondern es mögen die Windanlagen sein, denn seit einem Jahr wird die elektrische Energie der Insel vollständig durch Windenergie erzeugt.

Wandern auf alten Königspfaden und historischen Prozessionswegen

Auch zum Wandern braucht es auf El Hierro Eigenenergie. Bis zu 1500 Meter erhebt sich die Insel über dem Meer, die Wanderungen in verschiedenen Vegetationszonen sind nicht schwierig, erfordern aber eine gute Grundkondition. Ob auf alten Königspfaden oder historischen Prozessionswegen, sie haben alle einen eigenen Charme, sind gut in Stand aber wenig begangen, denn vom Massentourismus blieb die kleine Insel verschont.

Nur der Wind, sonst absolute Stille

Die Etappen dieser Wanderwoche führen in die drei entlegensten Zipfel der Insel mit der Y-Form. Im Norden führt die Tour nach Guarazoca zu einem Bauwerk von César Manrique, einem Aussichtspunkt mit Restaurant, für dessen Gestaltung natürliche landschaftliche Begebenheiten mit modernen und traditionellen Bauelementen kombiniert wurden.

Auf einer Rundwanderung im Südwesten der Insel wandert man vorbei an knorrigen Wachholderbäumen und dem Inselheiligtum, einer Kapelle mit der Marienfigur Virgen de los Reys. Ausser dem Wind in den Bäumen und Büschen herrscht hier absolute Stille. Der Blick hinaus auf den unendlichen Atlantik macht verständlich, warum diese Insel auf alten Seekarten als Ende der Welt verzeichnet war.

Über schwarze Lavafelder zur ältesten Ortschaft

Schliesslich führt die Wandertour in den Süden der Insel. Inmitten alter Pinien- und Kiefernwälder liegt El Pinar - übersetzt der Pinienwald – die älteste Ortschaft der Insel. Auch dieser Teil der Insel ist ein Wanderparadies. Man trifft auf Baumerika- und Gagelbaumwald, auf duftende Kiefernwälder und schliesslich auf tiefschwarze Aschenfelder. Über die jungen Lavafelder zu wandern, macht den Ursprung der Kanarischen Inseln bewusst: Es sind Vulkaninseln, El Hierro ist mit 1,12 Mio Jahre die jüngste von allen. Unterseeische Eruptionen in der Nähe der Südküste zeigen, dass die Vulkantätigkeit noch längst nicht erloschen ist, sondern möglicherweise zu Füssen von El Hierro «gerade» eine weitere Insel entsteht.  

Mit der Tour von El Pinar nach Las Playas endet diese Wanderwoche auf der Insel der Stille. Die atemberaubenden Ausblicke auf die spektakuläre, steil und tief in den blauen Atlantik abfallende Ostküste bildet das Schlussbouquet einer Wanderreise, die für alle Sinne ein wahrer Genuss ist.

Zauberhafte Küstenblicke - Wandern inmitten Lavafeldern Las Playa