Velo: Sternfahrt Mallorca Ostküste

Mallorca mal anders

Fern der Hotelburgen und Touristenmeilen im Süden und weit entfernt von der im Westen gelegenen Bergkette Tramuntana liegt der eher stille, weniger touristische Osten der Baleareninsel Mallorca. Flach bis wellig präsentiert sich die Landschaft. Ideal für Genussvelofahrer, die keine anstrengenden Steigungen bewältigen möchten, sondern lieber ohne Anstrengung durch die Landschaft pedalieren.

Der Duft von Zitronen- und Orangenblüten

Auf wenig befahrenen Strässchen führt die Velotour Mallorcas Ostküste durchs malerische Hinterland, schlängelt sich durch leuchtend grüne Wiesen mit Oliven- und Mandelbäumen, die oft umgeben sind von hübschen Steinmäuerchen. Hier und da trifft man auf eine Finca oder eine alte Windmühle. Manchmal liegt der süsse Duft von Zitronen- oder Orangenblüten in der Luft, oder vom Meer her weht eine salzige Brise. Dann ist es nicht mehr weit bis zur Küste, wo es etliche Sandbuchten und Klippen gibt.

Die Tagestouren dieser Sternfahrt mit dem Velo starten stets vom Hotel in Cala Millor bzw. Sa Coma aus. Artà ist eines der Ziele dieser durchschnittlich 35 km langen Ausflüge auf dem Zweirad. Von weit her sichtbar auf einem Hügel gelegen ist die eindrucksvolle Wallfahrtskirche Santuari de Sant Salvador. Artà lädt mit seinem geschlossenen Gesamtbild und den steilen, engen Gassen zu einem Besuch ein. Der Blick von der Wallfahrtskirche reicht bis zur fernen Küste, wo das Hotel auf die Tagesausflügler wartet.

Manacor – das Herz in der Hand

Auch das Städtchen Manacor bezaubert mit einem hübschen, intakten Stadtbild. Die Stadt, deren Wappen ein Herz in einer Hand zeigt – man a cor heisst Hand am Herz – ist das Zentrum der künstlichen Perlenherstellung Mallorcas. Diese künstlichen Perlen lassen sich laut Experten kaum von echten unterscheiden und sind bei Mallorca-Reisenden ein beliebtes Mitbringsel für Daheimgebliebene. Doch nicht nur die künstlichen Perlen begeistern auf dieser Tour, auch kulinarische «Perlen» gibt es zu geniessen: Die Ensaimadas in Son Carrio sollen weitherum die besten sein. Das Gebäck gibt es zum Beispiel gefüllt mit cabell de ànjel, Engelshaar. Engelshaar ist eine Art Konfitüre aus einem Kürbis, dessen Inneres wie feines, goldgelbes Haar aussieht. Cabell de ànjel schmeckt in Ensaimadas und andern Backwaren köstlich.

 

Zu den grössten Tropfsteinhöhlen Mallorcas

Mit dem Velo zum Cap des Pinar und zu Fuss ins Naturschutzgebiet Punta de n’Amer, dem einzigen unbebauten Küstenabschnitt, sind lohnende Touren. Die Höhle Cova de ses Crestes auf der Halbinsel Punta de n’Amer diente in frühgeschichtlicher Zeit als Wohnhöhle mit Zugang vom Meer und vom Land her. Auch die Coves d’ Artà sollte man sich ansehen. Es sind die grössten Tropfsteinhöhlen Mallorcas mit imposanten Stalagmiten und Stalaktiten. Auch sie war in früheren Zeiten bewohnt und diente Piraten als Zufluchtsstätte. Schade, dass das Gedenkbuch damals nicht existierte, aber immerhin haben sich spätere bekannte Persönlichkeiten darin verewigt wie Jules Verne, Victor Hugo und Alexandre Dumas.

 

Drachenhöhle ohne Drachen, dafür mit Europas grösstem unterirdischem See

Piraten und Höhlen spielten auch im weiter südlich gelegenen Küstenörtchen Porto Cristo eine Rolle, wohin eine weitere Tour der Sternfahrt hinführt. Unweit des Ortes mit dem hübschen Hafen und dem kleinen Stand gibt es weitere Höhlen und ganze Höhlensysteme. In der Piratenhöhle werden sich wohl wie in den Coves D’Artà Piraten versteckt haben. Und die Coves del Drach, die weltbekannte Drachenhöhle, birgt zwar keinen Drachen, dafür aber den Llac Martel, Europas grössten unterirdischen See.

Windräder und grünes Feld

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