
Die Rhone-Route startet in Oberwald im sonnigen Hochtal Goms und folgt der noch jungen, gerade erst dem Gletscher entsprungenen Rhone durch das sonnige Hochtal mit seinen Lärchenwäldern, duftenden Blumenwiesen und den von der Sonne gegerbten Walliser Holzhäusern.
Wer möchte, schwebt in der Seilbahn zusammen mit seinem Velo zum Aletschgletscher hinauf, bestaunt die zerfurchten Eismassen aus nächster Nähe, geniesst das atemberaubende Alpenpanorama und dann eine Schussfahrt auf dem Velo ins Tal nach Brig.
Die Stadt Brig am Fusse des Simplonpasses mutet geradezu südlich an. Ein Abstecher in die hübsche historische Altstadt mit dem berühmten Stockalperpalast und den schönen Gebäuden und Plätzen lohnt sich unbedingt. Von Brig aus führt die Route durchs breite Rhonetal. Sie verläuft mal am Flussufer, mal durch die Felder, mal mit Rücken-, mal mit Gegenwind.
Lauschige Plätze für ein gemütliches Picknick gibt es viele. Wer Trubel nicht scheut, gönnt sich einen Abstecher ins Brigerbad mit der längsten Wasserrutschbahn Europas.
Flankiert von hohen Bergen pedaliert man weiter durchs Rhonetal. Rechts taucht der Burghügel von Raron auf, wo der Dichter Rainer Maria Rilke seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Bald ist die Burggemeinde Siders erreicht, und nur unweit davon tauchen am Horizont die Burghügel Sions auf. Der Hauptort des Kantons Wallis gilt als sonnenverwöhnteste Stadt der Schweiz und hat kulturell viel zu bieten. Wieder auf dem Velosattel, geht’s weiter der Rhone entlang. Rebberge, Gemüseplantagen und Obstbäume prägen nun das Bild der Rhoneebene und ihrer Talseiten.
Doch auch ein Blick «unter Tag» lohnt sich: den unterirdischen See von St-Léonard sollte man gesehen haben. Aber auch Saillon-les-Bains mit seinem Thermal- und Wellnesszentrum und Martigny mit der Fondation Giannada haben ihren Reiz.
Hier, bei Martigny, macht die Rhone eine 90°-Wende, durchfliesst ein enges Tal und den Taltrichter in der Region von Monthey und Aigle im Kanton Waadt, bevor sie in Le Bouveret in den Genfersee mündet.
Die lichtüberflutete Fläche des Sees leuchtet den Velofahrern schon länger entgegen. Nun breitet er sich vor den Velopneus aus, zu seiner Linken das traumhafte Panorama der Savoyer Alpen, zu seiner Rechten die unendlichen Weinberge des Lavaux. Die Veloroute verläuft auf der rechten Seeseite.
Man passiert Schloss Chillon und gelangt schon bald nach Montreux, wo im Juli das bekannte Jazzfestival stattfindet.
Durch die Weinterrassen von Lavaux, die zum Welterbe der UNESCO gehörten, geht es via Nyon dem Ziel Genf entgegen, wo die Velotour Rhone-Route nach 6 Tagen endet.
Die Rhone brauchte für diese Reise etliches länger: Alleine für das Durchfliessen des Genfersees soll sie sage und schreibe 11,4 Jahre benötigen. Es scheint, dass auch dem Rhonewasser der zauberhafte Genfersee gefällt.