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Cykeltur på Madeira

Veloferien auf Madeira

Madeira, die Blumeninsel im Atlantik, ist bekannt als Wanderparadies. In hohen Gebirgslagen führen die Touren auf Schusters Rappen durch das eindrückliche Gebirge und bieten Ausblicke über die Insel und aufs Meer.

Dass man auf Madeira mit seinen spektakulären Steilküsten und den über 1800 m hohen, teils bizarren Gipfeln auch Velofahren und sogar die Insel umrunden kann, ist kaum bekannt. Eine gute Grundkondition braucht es für diese 7-tägige Rundreise mit den fast 200 Radkilometern allerdings schon: In stetem Auf und Ab geht es auf der wenig befahrenen Küstenstrasse gegen den Uhrzeigersinn um die Insel des ewigen Frühlings. Steil abfallende Felswände wechseln mit stillen Buchten, die legendäre Blumenpracht gibt es in Parks, Gärten, in freier Natur und als Schnittblumen auf dem Markt zu bewundern.

Und auch kulturell hat Madeira viel zu bieten: von monumentalen Festungen über herrschaftliche Quintas und eine geschichtsträchtige Hauptstadt, wo ganz unprätentiös die Gebeine Kaiser Karls I. ruhen.

Veloferien auf Madeira

Fischerort, Adlerfelsen und strohbedeckte Bauernhäuser

Vom malerischen Ort Camacha, das durch seine Korbflechtkunst bekannt ist und wo das typische, im Holzofen gebackene Fladenbrot Bolo de Caco verführerisch duftet, führt die erste Radtour auf einer Höhenstrasse nach Porto da Cruz an der Nordküste.

Porto da Cruz ist ein malerischer Fischerort, an dessen schwarzem Strand aus Vulkansand man mit Sicht auf den fast 600 m hohen Adlerfelsen herrlich entspannen kann. Steile, lange Anstiege, wie sie auf der Insel auf Grund der Topografie üblich sind, werden mit dem Bus überbrückt.

So auch die Strecke nach Santana, dem Ausgangspunkt der nächsten Etappe. Bevor es los geht mit der Radtour, lohnt es sich, die traditionellen Bauernhäuschen zu besichtigen: In der weissen Fassade leuchten rote oder grün Fenster und Türen, das Strohdach, steil wie die Küstenhänge Madeiras, reicht bis zum Boden. In den Gärten blühen üppige Hortensien.

Landestypische Strohhäuser in Santana

Schlussfahrt in das natürliche Schwimmbecken von Porto Moniz

Weiter geht es an der Nordküste bis Sao Vicente mit seinen eindrücklichen Grotten, die man zu Fuss besuchen kann. Vorbei an weidenden Kühen und Schafen führt die Radtour auf der Hochebene Paul da Serra.

Karg ist die Landschaft hier, die Bäume stehen windschief und voller Bartflechten, die an neblige Tage erinnern. Bei Sonnenschein geniesst man den Blick auf den glitzernden Atlantik. Eine lange Abfahrt führt die Velofahrer ans nordwestliche Ende der Insel, nach Porto Moniz. Dem Küstenort vorgelagert, direkt am Meer, liegt eine Anzahl natürlicher Pools.

Die runden und ovalen natürlichen Schwimmbecken liegen malerisch zwischen schwarzen, kantigen Lavagesteinsbrocken und werden gelegentlich von der weissen Gischt des Meeres besprüht.

Radfahrer auf Bergstraße mit gelben Pflanzen

Funchal mit tropischem Garten und Korbschlittenfahrt

Weiter geht es entlang der Küste, immer gegen den Uhrzeigersinn, dem Süden entgegen. Da gibt es in Calheta einen neuen Yachthafen zu sehen, für den eigens Sand aus Marokko importiert wurde.

Etwas mehr im Landesinnern dann der spektakuläre Aussichtspunkt Cabo Girao mit der gläsernen Plattform, so hoch wie der Adlerfelsen in Porto da Cruz am Anfang der Reise, unter den Füssen die Küstensteilwand und das tosende Meer.

Eine lange Abfahrt führt schliesslich in die Hauptstadt Funchal. Die Küstenstadt mit den hohen Bergen im Hintergrund war einst von Fenchelanbau und Piraten geprägt.

Gemüsestand auf dem Markt von Funchal

Buntes Treiben auf dem Markt in der Hauptstadt Funchal.

Herrschaftliche Quintas und monumentale Festungen aus dem 15. Jahrhundert erinnern an die Zeit, als die Portugiesen die Insel besiedelten. Sehenswert und mit dem Velo auf einer Anhöhe erreichbar ist das Quartier Monte mit den prächtigen Villen und dem tropischen Garten Jardim Tropical Monte Palace.

Hier in Monte, hoch über Funchal, hat einst Kaiser Karl I. mit seiner Frau Zita und den fünf Kindern im Exil gelebt. 1922 an Lungenzündung oder Melancholie gestorben, liegen seine Gebeine unspektakulär in der Kirche in Monte aufgebahrt. Sein Herz, wie erstaunlich, liegt in der Schweiz begraben: im Kloster Muri im Aargau, in der Familiengruft der Habsburger.

Ein wenig Schweizfeeling erlebt, wer möchte, auch auf Madeira: Von Monte kann man abenteuerlich im Korbschlitten auf den gewundenen Strassen zu Tal fahren, fast wie auf einer Schweizer Skipiste.

Korbschlitten

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