Velorundfahrt auf Mallorca

Mit dem Velo rund um die schöne Mittelmeerinsel - Genuss pur!

Mallorca im Frühling mit dem Velo zu entdecken, ist zauberhaft. In beschaulichem Tempo auf meist verkehrsarmen Strassen durch die malerische Landschaft mit den fruchtbaren Ebenen und dem abwechslungsreichen Hügelland zu streifen und auf diese Weise ganz neue Eindrücke der bekannten Ferieninsel Mallorca gewinnen, ist ein Genuss für alle Sinne.

Wer Erholung und blühende Natur sucht, findet sie in dieser Jahreszeit auf der grössten der Balearen-Inseln. Herrlicher Duft von Kräutern und blühenden Blumen liegt in der Luft. Mallorca ist im Frühling ein grosser Kräutergarten. Die Luft ist rein, der Himmel klar. Die Farben der Pflanzen leuchten. Und überall hinter den mallorquinischen Trockensteinmauern  leuchten reife Orangen und Zitronen im satt grünen Laub der Bäume und verströmen ihren betörend süssen Duft.

Radfahrer auf Radweg in Alcudia

Gleich am Abend unserer Ankunft werden wir von Stefan Lindemann, dem Stationsleiter der EurotrekVelostation auf Mallorca, willkommen geheissen. Der 43-jährige Deutsche lebt seit 16 Jahren auf der malerischen Insel im Mittelmeer und ist nach wie vor begeistert von ihrem Zauber und ihrer Vielfalt. Ihm liegt daran, seine Gäste die Insel mit allen Sinnen erleben zu lassen. Darum führt die Tour auch durch die unterschiedlichsten Gegenden. Durch fruchtbare Ebenen mit unzähligen prächtigen Orangenbäumen und Mandelhainen, an Felsküsten mit Blick auf verträumte Buchten und natürlich auch in die sanfte Hügellandschaft mit den schönen Windmühlen und immer wieder einem herrlichen Blick in aufs glitzernde Meer.

Radfahrer vor Landschaft mit Windräder

Wir werden ausgerüstet mit tollen, roten 21-gängigen Trekkingvelos, Packtaschen für das Tagesgepäck und einem Kilometerzähler – und ganz wichtig: einer wirklich ausführlichen Tourenbeschreibung. Um den Transport des grossen Gepäcks müssen wir uns ab sofort nicht mehr kümmern. Dieses wird jeweils vor der Abfahrt am Morgen im Hotel deponiert und erwartet uns abends in unserer nächsten Unterkunft. So starten wir leicht bepackt unsere täglichen Touren. Die Tagesetappen betragen zwischen 25 und 65 Kilometer.

Sich zu verfahren ist auf dieser Tour schlicht unmöglich. Nebst der genauen Beschreibung ist die Route auch noch mit speziellen Eurotrek-Zeichen markiert. So radelt man entspannt von Etappe zu Etappe und kann sich auf die wunderschöne Landschaft konzentrieren.

Bucht von Cala Blava

Die erste Etappe führt uns entlang unverbauter Steilküsten Richtung Cala Blava. Vorbei an Fischerhäfen und den bekannten Salinenfeldern de Llevant. Ein grosser Teil des «weissen Golds» Mallorcas, dem bekannten Salz der Insel, stammt von Ses Salines. Das Salz kann nur in den Sommermonaten gewonnen werden. Unter dem Namen «Flor de Sal d‘es Trenc» ist es auf der ganzen Welt bei Feinschmeckern begehrt.

Unser Reiseführer Stefan verrät uns auch, wo es in Ses Salines die besten Tapas gibt. Die Bodega Manolo ist berühmt für köstliche Gerichte. Und seit der spanische Kronprinz mit seiner Frau Letizia die Bar besucht hat, ist für die königlichen Hoheiten dort immer ein Tisch reserviert.

Von San Jordi fahren Boote zur Insel Cabrera (Ziegeninsel). Die Insel ist Naturschutzgebiet. Am Hafen in Colònia Sant Jordi kann man das Besucherzentrum des Nationalparks Cabrera besuchen.

Bucht von Porto Cristo

Am nächsten Tag geht die Fahrt weiter Richtung Porto Cristo. Der vielseitige Weg führt uns durch fruchtbare Ebenen und felsige Hügel. Wir lassen uns den sanften Frühlingswind durch die Haare streichen und geniessen in Cala Santanyí die weissen Strände und das türkisfarbene Meer. Bei Es Pontas, der Felsenbrücke im Meer, hat man eine wunderbare Aussicht auf die wilden Felsen und Buchten. Hier ist es wunderschön, einen Moment auszuruhen, den Velohelm abzulegen und in der warmen Frühlingssonne zu entspannen.

Weiter geht es auf einem wunderbaren Panoramaweg nach Porto Cristo. Bei Porto Cristo kann man die Cuevas de Drach (Drachenhöhlen), eine der bekanntesten touristischen Sehenswürdigkeiten Mallorcas, besichtigen. In den Drachenhöhlen befindet sich – wenn schon nicht ein leibhaftiger Drache - dann doch wenigstens der grösste unterirdische See der Welt. In den Höhlen werden mehrmals täglich Konzerte mit klassischer Musik und kunstvoller Beleuchtung aufgeführt.

Auf der dritten Etappe von Porto Cristo nach C’an Picafort wird es nach einigen Steigungen und abenteuerlichen Abfahrten so richtig gemütlich. Wir fahren auf gut präparierten Feldwegen durch grüne Wiesen, auf denen Schafe friedlich weiden. In Manacor besuchen wir den bunten Markt und geniessen schlussendlich in Petra, fern jeder Hektik auf dem Palmenplatz eine Erfrischung, bevor wir den Abschluss der Etappe nach C’an Picafort unter die Räder nehmen.

Am nächsten Morgen beginnt die Fahrt gleich mit einem Höhepunkt. Die wunderschöne Route führt uns in das grösste Feuchtbiotop des Mittelmeerraumes. Im Naturschutzgebiet S’Albufera zwitschert es aus allen Büschen. Nebst den Vögeln kann man eine Vielfalt von seltenen Tieren und Pflanzen entdecken. Beim Info-Zentrum befindet sich auch ein Naturkundemuseum.

Weiter geht es auf flachem Streckenprofil über Pollensa nach Alcudia (Al-Kudia – Stadt auf dem Hügel). Umgeben von einer Stadtmauer ist das Städtchen sehr sehenswert. Wir flanieren durch die engen Gässchen und erkunden die kleinen Läden mit mallorquinischen Spezialitäten. Erfüllt von den schönen Eindrücken kommen wir wieder zurück in unser Hotel in C’an Picafort, wo wir eine weitere Nacht verbringen.

Blumenwiese

Die fünfte Etappe führt uns von C’an Picafort über Inca zum Kloster Lluc (dem höchsten Punkt der Etappe) und in rassiger Abfahrt hinunter nach Port Sòller. Das ist die Lieblingsstrecke von Stefan, dem Stationsleiter von Eurotrek. Wenn man nicht vom angebotenen Transfer mit dem Velotransporter Gebrauch macht, ist der Anstieg von Inca bis zum Kloster Lluc eine grosse Herausforderung an die Ausdauer und die Muskeln.

Das Kloster Lluc ist der bedeutendste Wallfahrtsort der Insel. Man trifft hier auch viele Wanderer an, die den Aufstieg nicht gescheut haben. Das Kloster bietet auch eine Herberge für Wanderer und Velofahrer, die hier übernachten wollen. Es lohnt sich die Klosterkirche mit der berühmten Madonnenstatue «La Moreneta» zu besichtigen. Auch der Klostergarten und der Innenhof sind sehenswert. Der Spaziergang zum Kreuz auf den Kalvarienberg birgt immer wieder wunderschöne Ausblicke und besinnliche Momente zum Innehalten. So entspannt von den spirituellen Eindrücken muss man bei der rasanten Abfahrt mit dem Velo auf die Schafe aufpassen, die einem unversehens vor die Räder geraten könnten.

In Fornalutx treffen sich die individual Velo-Reisenden der Mallorca Rundfahrt zu einem gemeinsamen Paella-Essen als Abschluss dieser Tour. Die Paella mundet köstlich, und die nächsten Stunden sind erfüllt vom Lachen der munteren Velofahrer. Man geniesst den Austausch der vielen Eindrücken und spürt: alle sind glücklich und zufrieden. Ja, alle sind sich einig, so sind Aktivferien einfach ein Genuss.

Stadtbild von Fornalutx

Für die letzte Tages-Etappe von Port Sòller nach Playa de Palma lassen wir die Velos stehen. Wir fahren nämlich mit dem Nostalgiezug – dem roten Blitz. Die spektakuläre Zugfahrt mit den nostalgischen Waggons (Baujahr 1929) ist etwas ganz Besonderes. Einmal nicht auf die eigene Beinkraft angewiesen, geniessen wir die rund einstündige Fahrt mit unzähligen Kurven und Tunnels bis nach Playa de Palma.

In Playa de Palma werden wir schon von der Stadtführerin begrüsst. Unter ihrer kundigen Führung werden wir zum Abschluss dieser unvergesslichen Reise durch die Hauptstadt geleitet. Wir bewundern die zauberhaften Lichtverhältnisse in der ehrwürdigen Kathedrale La Seu, die sich gleich neben dem prächtigen Königspalast befindet. Dann schlendern wir über den Plaça d’Espangnya auf den Mercat Olivar. In dieser grossen Markthalle bekommt man eine unvergleichliche Vielfalt und Farbenpracht an Gemüse, Fleisch, Fisch und vielen mallorquinische Spezialitäten und fühlt sich damit an die verschiedenen wunderschönen Gegenden dieser Reise erinnert. Unzählige Farben und verlockende Gerüche machen Lust, sich an einer der vielen Stehbars eine Auswahl verschiedenster Leckerbissen zu bestellen. Einfach köstlich!

Rad vor Kathedrale in Palma

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