Rad & Schiffsreise in Dalmatien

Inselhüpfen in der Kvarner Bucht

Das Paradies ist ganz nah: Wenige Autostunden entfernt liegen in der malerischen Kvarner Bucht die kroatischen Inseln Rab, Krk, Cres und Losinj, vier der bekanntesten von insgesamt 1246 kroatischen Inseln. Es gibt wohl keine schönere Art, diese Eilande zu entdecken, als mit Velo und Schiff.

Im Hafen von Rijeka liegt die Planka vor Anker und erwartet ihre Gäste. Der 1957 erbaute und 2005 renovierte Motorsegler ist ein schmuckes Schiff mit Schlafkabinen auf dem Unter-, Haupt- und Oberdeck, einem grossen Sonnendeck und einem stilvollen Salon. Unsere Mieträder sind bereits auf Deck verstaut, als wir unsere Kabinen beziehen. Schon lichtet die Planka die Anker und legt zur Überfahrt auf die Insel Krk ab.

Radfahrer entlang der Küste

Krk ist die grösste kroatische Insel und durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Schon früh hat sich hier der Tourismus entwickelt, Insel und Stadt Krk waren ein beliebtes Ferienziel an der Adria und sind es noch heute. Von ihrer historischen Bedeutung zeugen die dicken Mauern der Stadt Krk. Ein Teilstück des venezianischen Hafenrings ist gut erhalten, sehenswert sind auch verschiedene vier- und sechseckige Türme aus dem Mittelalter und der venezianische Brunnen. Es macht besonderen Spass, mit den Velos die hübschen engen Gassen und die einladende Hafenpromenade der Stadt Krk zu erkunden.

Trockensteinmauern und Glockentürme

Verglichen mit dem Festland und anderen kroatischen Inseln ist Krk nicht sehr hoch. Der höchste Punkt liegt auf 568 m. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Wer auf den Inseln der Kvarner Bucht Velo fährt, der sammelt durch das stete Auf und Ab ganz schön Höhenmeter. Aber auf den wenig befahrenen Asphaltsträsschen und einsamen Forstwegen, die bisweilen zwischen den typischen, wunderschönen Trockensteinmauern verlaufen, kommt man mit dem Velo gut voran und erreicht auch bald das Inselinnere. Besonders schön ist dort das stille Bergdorf Dobrinj mit dem beschaulichen Dorfplatz und dem in Stein gehauenen Bild der Justitia, dem Wappen von Dobrinj. Tritt man an den Ortsrand, geniesst man eine traumhafte Aussicht über die Insel, das Meer und bis hinüber zum Festland.

Nach einer kurzen Überfahrt mit der Planka ist die Insel Rab erreicht. Die Fahrt mit dem Velo vom Norden der Insel bis in ihren Süden verläuft auf breiten Waldwegen, von denen aus man immer wieder einen Blick auf die Küste erhascht. Gut, wer sein Picknick mitführt, die Einkaufsgelegenheiten sind dünn gesät, weil man nur hie und da auf ein Dörflein trifft. Gelegentlich folgt man dem Uferweg und muss sich etwas konzentrieren, um auf den Pfaden und Stegen nicht zu nah ans Wasser zu geraten. Eindrücklich ist schliesslich die Stadt Rab mit ihren engen Gassen und den Glockentürmen, die wie neugierige Zuschauer aufgereiht an der Küste stehen. Einer von ihnen ist der 26m hohe Glockenturm der Marienkirche mit seinem auffälligen mehrflächigen Pyramidendach.

Insel Rab
Radfahrer am Meer

Die Winde Bora und Jugo

Kaum sind die Velofahrer zurück an Bord und die Velos verladen, lichtet die Planka ihre Anker, wirft die Motoren an und hält auf die kleine Nachbarinsel Pag zu. Herrlich, während der Überfahrt auf dem Sonnendeck zu liegen, den warmen Wind und die Aussicht auf die kleiner werdende Insel zu geniessen. Mit etwas Glück kann man in der Kvarner Bucht sogar Delphine sehen. Nicht immer ist es jedoch angenehm, die Überfahrt auf Deck zu verbringen. Die Kvarner Bucht kennt viele Winde, und jeder hat seine Eigenheiten. Jugo etwa ist ein Südwind, der schlechtes Wetter bringt. Bora dagegen bringt gutes Wetter, peitscht aber als kühler Fallwind vom Festland her das Wasser ganz schön auf. Der stürmische Wind wühlt nicht nur die See auf, sondern hebt auch mal ganze Dächer von den Häusern. Vor allem aber fegt er an den dem Wind ausgesetzten Inselseiten das Erdreich weg und trägt damit viel zur Erosion bei. Die Insel Pag zum Beispiel hat einerseits saftige, grüne Wiesen zu bieten, andererseits Küstenstriche karg wie eine Mondlandschaft. Beides ist faszinierend.

Mali Losinj

Auf der etwas längeren Seereise von Pag nach Mali Losinj wird man sich der Qualität des Inselhüpfens bzw. der Überfahrt per Schiff so richtig bewusst. Ein paar Stunden süsses Nichtstun sind angesagt: kein Shopping, kein Sightseeing, kein Internet – einfach nur sein. Herrlich! Mit dieser Ruhe in der Seele geht es schliesslich aufs Velo. Die beschauliche Tour führt entlang der zauberhaften Küste mit ihren versteckten Buchten, dem azurblauen Wasser und den verträumten Dörfern. Der kleine Hafen von Veli Losinj mit seinen farbigen Häusern ist bestimmt einer der schönsten in ganz Kroatien. Dicht gefolgt vom etwas grösseren aber sehr beschaulichen Hafen Mali Losinj, wo es sich in den Cafés am Quai herrlich sitzen und die angelegten Schiffe betrachten lässt.

Den Abschluss dieser Rad & Schiffreise macht die Insel Cres. Die Insel ist gebirgig und fordert die Velofahrer noch ein letztes Mal. Cres’ höchster Punkt liegt auf 648m, und die Aussicht vom Dorf Predoscica auf die anderen Inseln und hinüber zum Festland ist in der Tat atemberaubend. Fast meint man, die Kvarner Bucht aus der Vogelschau zu sehen. Auf jeden Fall aber lässt sich von hier aus die Reise durch die Kvarner Bucht zu den Inseln Krk, Rab, Pag, Losinj und Cres in Natura nachvollziehen. Fehlt eigentlich nur noch eins: das Badevergnügen. Schon steuert die Planka eine einsame Bucht im Norden der Insel Cres an und setzt in dieser filmreifen Szenerie den Anker. Da gibt es kein Halten mehr: Rein ins glitzernde Blau, über die Leiter am Heck der Planka oder mit einem beherzten Sprung direkt von der Reling aus. Paradiesisch!

Promenade

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