Wandertour Bärentrek

Reisebericht von Patrik Sauder

20.8. Anreise nach Meiringen

Ich startete meine Tour in Winterthur und fuhr mit dem Zug via Luzern nach Meiringen an meinen Ausgangsort. Zwischen Giswil und Lungern war ein schwerer Erdrutsch runtergegangen, so dass wir auf den Bus umsteigen mussten. In Meiringen angekommen ging ich ins Hotel Rebstock, da das Standardhotel ausgebucht war.

Ich richtete mich ein und machte mich bereit ins Hotel Alpbach zu gehen, um einen Eindruck zu erhalten. Herr Gerber ist seit 19 Jahren Inhaber dieses Hotels. Er zeigte mir ein paar Zimmer sowie Weinkeller, der ursprünglich als Zivilschutzraum gedacht war. Nach einem feinen Essen und einem Glas Walliser Wein ging ich zurück zum Hotel um mich hinzulegen.

21.8. Meiringen – Grindelwald

Am Morgen früh nach dem Frühstück erwartete ich meinen Arbeitskollegen Günther. Wir bestiegen wir das Postauto nach Rosenlaui mit einem Alpin Ticket im Sack. Nach einer halben Stunde kamen wir dort an. Da trafen wir Kunden von uns, die dieselbe Tour machten, wie wir. So tauschten wir ein paar nette Worte aus und machten uns auf den Weg bis zur Grossen Scheidegg – unserer Zwischenstation.

Davor gelangten wir zur Schwarzwaldalp, wo uns die beiden amerikanischen Kunden fragten, ob sie nun den Bus nehmen müssten. Freundlich antworteten wir, dass dies optional sei. Danach ging es dann die Strasse ständig kreuzend über Alpiglen zur Grossen Scheidegg - nicht zu verwechseln mit der Kleinen Scheideggg – hinauf. In Gesprächen versunken und mit tiefem Atem, gelangten wir dann auf die Grosse Scheidegg, wo wir eine Rast machten.

Nach der verdienten Pause, wir schauten bereits auf unser Ziel Grindelwald, gingen wir dem Pfeil in diese Richtung folgend, weiter. Wir nahmen den Weg der Strasse entlang nach Grindelwald anstatt der Firstbahn entlang via Oberläger und Schreckfeld.

Aufgrund der heissen Sonne waren wir froh im schattenspendenden Wald zu wandern. Nach 2.5 Stunden gelangten wir dann nach Grindelwald. Günther und ich entschieden uns bereits im Hotel Derby, meiner Loge, einen Coupe und ein Bierchen zu geniessen. Dann hiess es schon wieder Abschied zu nehmen. Von Frau Märkle wurde ich nach einer kleinen Preisverhandlungsrunde zum Apéro, der normalerweise für Stammgäste gerechnet ist, beizuwohnen.

Da lernte ich freundliche Engländer kennen, mit denen ich auch das 5-gängige Abendessen genoss. Mit vielen Eindrücken legte ich mich schlafen und erwartete mit Vorfreude den nächsten Tag.

22.8. Grindelwald – Lauterbrunnen

Nach dem Frühstück verliess ich das sympathische Hotel mit einem Kollegen, der in Wilderswil wohnt. Wir machten uns gleich auf die Tour, die uns aber 1000 Höhenmeter zur Kleinen Scheidegg führen sollte. Das Wetter war traumhaft und die Eigernordwand war sehr gut zu sehen. Die Strecke nach Brandegg und Alpiglen brachte uns recht ins Schwitzen.

Diese Tour ist gegenüber der gestrigen ein wenig anspruchsvoller. Wir nahmen nicht den Weg dem Bahngleis entlang, sondern den breiteren Weg zur Alpiglen, der etwas weniger steil ist. Ein freundlicher Bauer, der gerade am „Heuen“ war, hat uns diesen angegeben.

Je näher wir der Kleinen Scheidegg kamen, umso weniger kamen wir mit unserem freundlichen „Grüezi“ durch. Einem amerikanischen Paar haben wir dann gleich dieses nette Wort beigebracht. Oben angekommen, waren wir umzingelt von Japanern und anderen Landsmännern und -frauen, die entweder mit der Wengernalpbahn von Wegen oder mit WAB von Grindelwald her hierher kamen, um mit der Jungfraubahn das Jungfraujoch zu erklimmen. Auch die Serviceangestellten waren international, so konnte man der Portugiesin mit einem netten „Opregada“ (danke) ein schönes Lächeln ins Gesicht zaubern.

Nach der Mittagsrast ging es ca. 700 Höhenmeter runter. Ich wusste im Hotel Oberland – meinem Ziel in Lauterbrunnen – dass dieser Abstieg meinen Füssen gar nicht gut bekam. Ich hatte Blattern an einem Fuss und beide Zehennägel waren blau angeschwollen. Mit Kamillen-Lotion versuchte ich dem Abhilfe zu leisten. Bevor ich das Zimmer bezog, machte ich noch einen Besuch in Mürren, wo ich noch einige von der Arbeit bei Mürren Tourismus kenne.

Frau Nolan – die Direktorien des Hotels Oberland – hiess mich Willkommen. Schnell merkte ich, dass ihr Mann ursprünglich aus Sydney, Australien stammt. Nach einem feinen 4- gängigen z’Nacht und einem schönen Abend fiel ich müde und mit schweren Beinen ins Bett.

23.8. Lauterbrunnen – Griesalp

Heute stiess mein Bruder aus Frauenfeld zu mir. Da er keinen früheren Zug hatte, gingen wir erst um 9.31 Uhr auf die Bahn in Richtung Mürren. Das Gepäck hinterliessen wir am Bahnhof. In Mürren angekommen durchliefen wir das schöne alpine Dorf in Richtung Rotstockhütte. Teilweise ging es recht steil bergauf und wir waren froh, dass wir Stöcke dabei hatten, um uns ein wenig hochzuziehen.

Bei der Rotstockhütte auf 2039 Metern, genehmigten wir uns ein feines „z’Mittag“. Ich nahm ein Hobelkäseplättli. Wir waren zeitlich etwas spät dran, so gingen wir hoch zur Sefinefurgge. Beim letzten Teil hiess es steil bergauf zu wandern. Im ersten Moment dachten wir uns, wie das wohl zu schaffen sei.

Oben angekommen, schauten wir dann aber stolz auf den zurückgelassenen Weg hinab. Das Dreigestirne „Eiger, Mönch und Jungfrau“ sowie das Schilthorn waren wunderbar zu sehen. Danach folgte der Abstieg von ca. 1200 Höhenmetern. Ich hatte vom Vortag noch blaue angeschwollene Zehennägel, was beim Wandern den Berg hinunter enorm schmerzte. Irgendwie haben wir es dann aber doch geschafft und waren stolz darauf. So kamen wir müde im Berggasthaus Golderli auf der Griesalp an. Wir wurden von Alexandra Schnitzer, der neuen Inhaberin, freundlich begrüsst.

Ich ging dann mit dem Gerber Taxi runter nach Kiental ins Hotel Bären, wo einst Lenin genächtigt haben soll. Das Essen war super und so traf ich auch unsere amerikanischen Gäste, die hier unterkamen. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit den Gästen Anna und Stephanie machte ich Bekanntschaft mit dem Hoteleigner Herrn Suter. Er zeigte mir das Gästebuch mit der Unterschrift Lenins. Eine freundliche Dame, die schon 20 Jahre hier arbeitet, zeigte mir dann einige Zimmer im Hotel. Im Golderli zurück wurde ich noch zu einem Feierabendbier eingeladen.

24.8. Griesalp - Kandersteg

Heute hiess es um 7 Uhr Tagwache zu machen. Um 8 Uhr verliessen wir das Golderli und machten uns auf in Richtung Hohtürli auf ca. 2700 m. Erst auf einer bestimmten Anhöhe kam die Sonne hervor. Der Anstieg war ziemlich steil. Wir machten verschiedene Trinkpausen.

Gegen den Schluss ging es Treppenstufen hoch. Oben beim Hohtürli angekommen, wurden wir mit einem phänomenalen Ausblick belohnt. Wir liefen dann zur Blüemlisalphütte hoch. Da machten wir eine Mittagsrast und assen ein Wanderbrättli. Der wirklich anstrengende Teil – wenn die Füsse nicht so geschmerzt hätten – kam erst. Wir hatten 1200 m runterzugehen.

Dies ist für die Knie und die Füsse belastend, aber machbar. Ich lief an diesem Tag nicht mehr mit der gleichen Power, wie am ersten Tag, was eigentlich verständlich ist.

Im Bärgli angekommen, trafen wir nette Einheimische, die uns anboten uns nach Kandersteg mitzunehmen. So liefen wir am schönen Oeschinensee entlang zu einem Hotel, wo wir mit dem Auto abgeholt wurden. Wir waren froh darum, denn die letzte Gondel fuhr um 18 Uhr.

Im Hotel Adler angekommen, wurden wir überrascht. Wir erhielten ein Zimmer mit Whirlpool, die man auch auf den Balkon rausfahren konnte. Bald haben wir realisiert, dass wir in einem Loveroom angelangt waren. Auch wenn wir kein Liebespärchen sind, haben wir den Aufenthalt genossen.

25.8. Kandersteg - Adelboden

Wir wurden vom Hoteldirektor zur Luftseilbahn, welche zur Allmenalp führt, gefahren. Wir nahmen die Gondel hoch zum Ausgangspunkt. Auf der „Oberen Allme“ angekommen, legten wir gleich eine kleine Rast ein. Wir wurden auch Zeuge, wie die Älpler Käse machten. Nachher kam ein ziemlich steiler Anstieg auf den Bunderspitz. Da oben hatten wir einen herrlichen Ausblick zum Oeschinensee, das Kandertal, die Blüemlisalp und Adelboden. Nach einer kurzen Pause stiegen wir rund 700 Höhenmeter zur Bunderalp -oder wie die Einheimische sagen „Bonderalp“- ab. Hier bekamen wir feine hausgemachte Rösti.

Von da ging dann alles per Teerstrasse hinunter nach Adelboden. Nach Oey stiegen wir hoch in Dorfzentrum.

Im Waldhaus-Huldi wurden wir freundlich begrüsst durch Frau Ruch. Dieses Hotel hat uns sehr gut gefallen. Nach dem 5-gängigen Abendessen gingen wir an einen Heimatabend mit der Trachtengruppe, gemischter Chor, Männerchor, Jodlergruppe und Schwinger. Es war ganz amüsant. Nach diesem Anlass gingen wir zurück ins Hotel und liessen uns müde ins Bett fallen.

26.8./27.8. Adelboden – Lenk / Heimreise

Heute war unser letzter Tag. Wir verliessen das Hotel Waldhaus-Huldi ungern, da es uns sehr gut gefallen hat. Heute nahmen wir es gelassen und fuhren hinauf zum Sillerenbühl via Oey mit der Gondelbahn. Die beiden amerikanischen Gäste von Eurotrek kamen auch mit uns mit. Vom Sillerenbühl liefen wir den Blumenweg zum Hahnenmoos. Da oben ging ein starker Wind, weshalb die Geils-Hahnenmoos geschlossen war.

Hier verabschiedeten wir uns von den Gästen aus Amerika, denn sie mussten noch den Flug nach Dublin kriegen. Wir nahmen nach einem stärkenden Mittagesssen die letzte Etappe von 2 Stunden unter die Füsse. Wir liefen über Bühlberg nach Lenk hinunter. Müde, stolz und froh, dass wir es geschafft hatten die rund 90 km unter die Füsse zu nehmen, erreichten wir das Hotel Kreuz. Dies war schon unser letzter Abend und nach einem kleine Umtrunk in der Hirschen Lounge und einem Dart Game Durchgang legten wir uns ins Bett. Am nächsten Tag gingen wir mit vielen schönen Eindrücken zurück nach Hause.

Unsere Wandertouren entlang der Via Alpina