Velotour Dänemark

Reisebericht von Ines Spreeuwers

1. Tag: Summervibes in Kopenhagen

Nach dem Direktflug von Zürich nach Kopenhagen begrüssten uns 23° Grad. Die Bahnfahrt vom Flughafen zum Hotel betrug ca. 20 Minuten. Da wir schon um 16.00 Uhr in Kopenhagen waren, ging es nach einer kleinen Auffrischung auf Entdeckungstour in die noch unbekannte Stadt.

Das sommerliche Flair kam uns entgegen und schnell wurde klar, dass an solch einem Tag das Leben in der Nähe des Wassers stattfindet. Die Stimmung war heiter und fröhlich. Um einen ersten Überblick zu erhalten, lohnt sich die grosse „Canal Tour Copenhagen“ mit Startpunkt am Nyhavn. Es ist empfehlenswert eine oder mehrere Zusatznächte vor oder nach der Reise zu buchen. Es gibt viel zu entdecken.

2. Tag: Von der Grossstadt aufs Land

Am nächsten Tag ging es endlich mit der Fahrradtour los. Die Strecke raus aus der Stadt führte durch das moderne Neubaugebiet am Wasser. Dieses wurde sehr schön umgesetzt und es lässt sich dort bestimmt gut leben.

Nach der Moderne begannen die Polderlandschaften entlang dem gut ausgebauten Radweg. Bei schönem Wetter lohnt sich ein kurzer Abstecher zum „Hudige Strand“ direkt neben der Fahrradstrecke.

Dänische Seenplatte

Anschliessend fuhren wir einen Abschnitt entlang der Autostrasse auf einem separaten Fahrradweg, welcher nicht sehr spannend war. Um die Tagesetappe abzukürzen, besteht die Möglichkeit weiter der Strasse Nr.151 entlang nach Koge zu fahren. Um jedoch noch etwas vom Dorf- und Landleben mitzubekommen, lohnt es sich der Originalroute 9 zu folgen. Diese führt weiter auf wenig befahrenen Autostrassen durch ein Naherholungsgebiet mit vielen Pferdehöfen, Landwirtschaftsbetrieben und kleinen Backsteindörfern.

Da sich die Dänen Fahrradfahrer auf den Strassen gewöhnt sind, fühlt man sich als Fahrradfahrer auf den kleinen Nebenstrassen schnell sehr sicher.

Auf den letzten Kilometern kam Rückenwind auf und wir waren froh, mit etwas müden Beinen am ersten Tag in Koge angekommen zu sein. Die beiden Hotels vor Ort befinden sich etwas ausserhalb des Dorfes. Nach einer kurzen Pause und einer erfrischenden Dusche betrug der Weg zurück ins Dorf ca. 10 Minuten.

3. Tag: Vom Osten in den Süden

Es ging weiter auf ruhigen Neben- und Landwirtschaftsstrassen durch schön gepflegte dänische Dörfer und vorbei an hübschen Bauernhöfen. Zahlreiche Pferde standen friedlich auf der Weide und die Gedanken verloren sich in der wunderbaren welligen Landschaft mit Getreide- und Rapsfeldern und den Wäldern und Dörfern mit den schönen Gärten.

Der Abzweiger nach Ronnede, wie im Routenbuch beschrieben, lohnt sich nur, wenn noch Verpflegung eingekauft werden muss. Diese Etappe war gut zu bewältigen, obwohl der Gegenwind die körperliche Fitness testete. In Naestved angekommen führte die Route durch das alte, romantische Städtchen direkt zum Hotel.

4. Tag: Seitenblicke zum Wasser

Am vierten Tag ging es nahe der Küste entlang nach Korsor. Von zahlreichen Aussichtspunkten ist immer wieder das Wasser sichtbar. Die Fahrradroute durchquert riesige Kornfelder und wiederum sehr schöne, kleine dänische Dörfer.

Wenn die Sonne lacht, lohnt sich auf der kleinen Urlaubsinsel Eno By ein Sprung ins Wasser oder in Bisserup am Hafen einen Kaffee mit Kuchen zu geniessen.

Wenn noch Zeit ist, sollte man kurz vor dem Ziel einen Besuch im schmucken Städchen Skaelskor einplanen.

Für die Weiterfahrt nach Korsor lohnt es sich, auf der originalen Stecke zu bleiben, da weitere schöne Landschaften durchquert werden wie z.B. eine Allee von schwedischen Mehlbeeren und duftenden Erdbeerfeldern. Bei zu müden Beinen kann, wie beschrieben, die Abkürzung genommen werden. Damit sparten wir 8 Kilometer. Der direkte Weg führte jedoch der Strasse entlang. Das Hotel in Korsor lag ausserhalb des Städtchens und wir assen im Hotel zu Abend.

5. Tag: Mit Rückenwind Richtung Ringsted

Die Sonne schien heute wieder in voller Pracht und da es in Richtung Osten ging, hatten wir den Wind grösstenteils im Rücken. Die Stecke war leicht hüglig, daher ging es mit dem Wind ziemlich zügig voran. Der lange Aufstieg wurde mit einem Blick über den Tysrup-See belohnt.

Die Etappe nach Ringsted ist abwechslungsreich und das Teilstück zwischen Slagelse und Alsted gehörte zu meinen Favoriten, da sich Wald und Felder immer wieder abwechseln. Hier liess es sich sehr gut Fahrradfahren. Das Ziel dieser Etappe war schnell erreicht. So blieb vor dem Abendessen genügend Zeit, um im Städtchen Ringsted noch etwas herumzuschlendern.

Dänemark Seenplatte

6. Tag: Inmitten des Seelands

Mit Schwung ging es am nächsten Morgen durch die wunderbare hüglige Landschaft in Richtung Roskilde. Wir durchquerten Waldgebiete und kurze Abschnitte auf einem nicht asphaltierten, schmalen Weg kurz vor Kirke Hvalso. Hier war mit dem Tourenfahrrad das technische Können gefragt. Dies machte richtig Spass, obwohl es eine holprige Angelegenheit war und das Fahrrad zum ersten Mal ein Stück geschoben werden musste. Wer diese Waldstrecke von 3 km vermeiden möchte, kann selbstverständlich auf der Strasse weiterfahren.

Auf dieser Etappe kann die Alternativroute Richtung Roskilde Fjord genommen werden. Dies probierten wir natürlich aus und durchquerten sehenswerte kleine Dörfer. An sich ist diese Route kein grosser Mehraufwand, da es meist flott und leicht bergab geht. Wer doch lieber die originale Route nehmen möchte, verpasst nicht viel und kann bis 18.00 Uhr noch den Dom zu Roskilde (UNESCO-Welterbe) besichtigen.

Unser Hotel liegt ausserhalb des Stadtzentrums. Wir wollten nicht mehr mit dem Fahrrad zurück in die Stadt. Es fährt zweimal stündlich ein öffentlicher Bus. An der Rezeption ist der Busfahrplan erhältlich.

7. Tag: Zurück zum Start

Nach Roskilde ging es wieder zurück nach Kopenhagen. Die Route führte heute vom Wasser über Land Richtung der Vorstadt von Kopenhagen. Vor der ersten Siedlung begann die Fahrradschnellstrasse C99. Die verschiedenen Schnellradwege sollen das Pendeln über längere Strecken von den Vororten in die Innenstadt sicher und bequem machen. Für uns war diese Schnellstrecke neu und spannend. So ist diese extra für Fahrradfahrer ausgelegt und hat Ausfahrten links und rechts wie auf einer Autobahn.

Schnell und bequem war das Zentrum von Kopenhagen erreicht. Der Stopp am Damhus See für einen Kaffee oder ein erfrischendes Eis am Ende des Sees lohnte sich.

Zum Schluss der Fahrradtour blieb uns noch genügend Zeit zum Ausklingen in der jungen und lebendigen Stadt Kopenhagen.

Fazit der Reise

Wir starteten die Fahrradtour Anfang Juni und hatten Glück, dass wir eine schöne Woche ohne Regen geniessen konnten. Das Land war jedoch vom fehlenden Regen etwas dürr und hätte das Wasser vom Himmel sehr gut gebrauchen können. Die Dänen sind freundliche Leute und sobald wir etwas länger unser Kartenmaterial studierten, boten sie sofort ihre Hilfe an. Diese wurde jedoch nicht gebraucht, da die Wegbeschreibung zusammen mit der Beschilderung vor Ort sehr gut waren.

Teilweise sind die gebuchten Hotels etwas ausserhalb der Stadtzentren, aber gut mit dem Fahrrad oder mit dem Bus (Roskilde) erreichbar. Die Unterkünfte sind modern ausgestattet. Das Gepäck war immer frühzeitig im Hotel und wir konnten die Zimmer jeweils direkt beziehen.

Da das Seeland nicht sehr dicht besiedelt ist, lohnt es sich für hungrige und durstige Fahrradfahrer etwas zum Naschen und Trinken einzukaufen. Uns reichte jeweils das ausgiebige Frühstück im Hotel und das Abendessen vor Ort. Allgemein war das Essen in Dänemark sehr gut.

Die Fahrradtour bietet eine gute Möglichkeit, das Seeland auf gemütliche Weise zu entdecken. Dies auf sehr ruhigen Nebenstrassen wie auch auf separaten Radwegen. Befahrene Strassen werden meist nur überquert. Mit dem Fahrradtempo werden Düfte von Linden- und Holunderblüten und Hecken und vieles mehr wahrgenommen. Wir erblickten auch zahlreiche Hasen und Rehe in den Feldern. Wunderbare Rosengärten, auch ein Wasserschloss oder Herrenhäuser liessen uns träumen.

Unsere Veloreisen in Dänemark

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