Veloferien Apulien

Reisebericht von Vanessa Rey

1. Tag, Anreise

Nach einem knapp zweistündigen kurzweiligen Flug mit Helvetic Airways von Zürich nach Brindisi am Sonntagabend bin ich gut im warmen Italien angekommen. Der Fahrer des vor Abreise gebuchten Transfers nach Alberobello holt mich ab und bringt mich ins komfortable Starthotel.
Meine Kollegin und ich werden noch am selben Abend über den genauen Streckenverlauf instruiert und erhalten die Tourenvelos.

 

 

2. Tag, Alberobello – Ostuni, ca. 40 km und 200 Höhenmeter

Um 08:30 Uhr stärken wir uns mit einem leckeren Frühstück im Hotel und starten unsere Tour eine Stunde später bei Sonnenschein. Ein kurzer Umweg führt uns zum einzigartigen Trulli-Dorf, wo wir die weissen Kegelbauten bestaunen, welche einst nach Bauweise der Hirten entstanden.

Wir fahren nach Locorotondo, eine Gemeinde in Bari, welche zu einem Weinanbaugebiet gehört. Der Weg führt weiter nach Martina Franca, wo die Häuser in die Höhe gebaut wurden. Dies verleiht der Altstadt die Einzigartigkeit dieses Städtebaus. Es geht weiter mit dem Velo auf Wegen zwischen Olivenhainen nach Casalini, wo wir nach einem kurzen Anstieg eine Rast mit einem Aperitif zur Stärkung einlegen. Von hier geniesst man einen schönen Ausblick auf die Landschaft und Cisternino.

Wir fahren weiter auf asphaltierten Nebenstrassen und Hauptstrassen. Zu dieser Reisezeit hat es noch sehr wenig Verkehr auf den Strassen. Als wir weiter Richtung Ostuni in eine Rechtskurve fahren, erblicken wir das Meer. Welch wunderschöner Anblick aus der Ferne. Ebenso erspähen wir bereits die „Weisse Stadt“, wie Ostuni wegen der vorherrschenden Farbe der Häuser in der Altstadt noch genannt wird.
Als wir im noblen Hotel in Ostuni ankommen, setzt der Regen ein, welcher einen sonst sonnigen und warmen Tag zu Ende gehen lässt.

3. Tag, Ostuni – Avetrana, ca. 53 km und 40 Höhenmeter

Zur selben Zeit wie am Vortag stehen wir wieder, mit grosser Vorfreude auf die nächste Velotour, auf und frühstücken neben der grosszügigen Poolanlage.
Die heutige Strecke geht fast durchgehend leicht bergab und ist somit weniger anspruchsvoll als die noch bevorste-henden Touren. Wir radeln los, fahren zwischen Olivenhainen und Kirschenbäumen hindurch, lassen die wenigen Autos und Lastwagen an uns vorbeiziehen und geniessen die eindrucksvolle Landschaft in vollen Zügen.

In Manduria legen wir eine kurze Rast ein und beobachten gespannt das Wirrwarr der Autos vor dem Mittag vom Marktplatz aus.

Die Fahrt geht weiter Richtung Avetrana, ein wunderschönes kleines Dörfchen mit viel Charme. Wir sind heute bereits um 14:00 Uhr im Hotel angekommen und geniessen die grosszügige Poollandschaft. Am Abend essen wir gut und günstig im Hotel, wo wir übernachten.

4. Tag, Avetrana – Gallipoli, ca. 55 km und 80 Höhenmeter

Heute erreichen wir auf unserer Velotour nach kurzer Zeit das Meer, deshalb sind wir früher als sonst auf den Beinen und starten um 09:00 Uhr mit den gepackten Sattel- und Lenktaschen.

Zur selben Zeit machen noch vier Neuseeländer/innen, ein belgisches Paar und ein schweizerisches Paar dieselbe Apulien-Tour. Wir freuen uns jeweils auf das gelegentliche Antreffen einiger dieser sympathischen Veloliebhaber/innen.

Im Hafenort Porto Cesareo, nach der knappen Hälfte unserer heutigen Tagesetappe, steigen wir vom Velo und kaufen 500 Gramm frische Kirschen an einem Marktstand. Wir lassen sie einpacken und fahren weiter Richtung Gallipoli. Es bereitet uns viel Freude, der Küstenstrasse zu folgen, den Ausblick auf das Meer geniessen zu können und die frische Meeresbrise im Gesicht zu spüren. Nach einer kurzen Steigung vor Rivabella schliessen wir unsere Fahrräder ab und legen uns auf einen kleinen Felsvorsprung am Meer. „Wohl genährt“ mit Crostinis und Kirschen setzen wir unsere Fahrt auf der Küstenstrasse bei angenehm warmen Temperaturen fort.

In Gallipoli angekommen, fahren wir über die Brücke ins Centro Storico (Altstadt), wo wir wunderschöne Restaurants und Cafés direkt am Meer vorfinden. Die Altstadt liegt auf einer Felseninsel und ist durch die Brücke mit der auf dem Festland gelegenen Neustadt verbunden. Die Stadt Gallipoli (Kallipolis) wurde von griechischen Kolonisten gegründet. Der Name kommt ebenfalls vom Griechischen: kalospolis und bedeutet „schöne Stadt“. Dies können wir auf jeden Fall bestätigen! Das Verweilen fällt bei den vielen schmucken Souvenir-Shops und leckeren Seafood-Restaurants nicht schwer.
Unser Hotel für heute Abend liegt etwas ausserhalb der Stadt mit eigenem Strandzugang am Baia Verde, wo wir die Abkühlung im kristallklaren Meer in vollen Zügen geniessen. Nach einem erfrischenden Welcome-Drink im Hotel finden wir einige Meter weiter eine Trattoria, ein kleines italienisches Restaurant in familiärer Atmosphäre.

5. Tag, Gallipoli – Santa Maria di Leuca, ca. 50 km und 280 Höhenmeter

Heute erreichen wir den südlichsten Punkt des Salento (Halbinsel, der „Absatz“ des italienischen „Stiefels“) und zugleich die Wasserscheide zum Ionischen Meer bei Santa Maria di Leuca. Darauf freuen wir uns schon sehr und starten topmotiviert und vom Frühstück gestärkt unsere Tagesetappe. Diese führt uns an der Küste entlang auf ebenen Haupt- und Nebenstrassen, welche zurzeit wenig befahren sind. Jedoch fehlt auch bei wenigen Autos auf der Strasse das obligate Hupen der Italiener beim Vorbeifahren nicht.

Gut zehn Kilometer vor Santa Maria di Leuca befindet sich rechterhand ein übergrosser Liegestuhl und Sonnenschirm. Wir pausieren kurz auf dem Liegestuhl, welcher nur über eine Treppe zu erreichen ist und fahren danach an den entsprechenden Strand Maldive. Hier lassen wir die Seele baumeln und sonnen uns nahe am tiefblauen Meer. Ein Gelato darf hierbei natürlich nicht fehlen. Wir wählen aus vielen verschiedenen Sorten aus und geniessen die Sonne. Verschiedene Snacks für Zwischendurch können hier oder ebenfalls in den kleinen Örtchen unterwegs in einem Supermermado gekauft werden.

Als nächstes fahren wir an Grotten wie Diavolo vorbei und gelangen schliesslich zum kleinen Städtchen Santa Maria di Leuca. Hier befinden sich viele hübsch eingerichtete Strassen- und Strandrestaurants. Vom Balkon des Hotels haben wir eine traumhafte Aussicht direkt aufs Meer.

6. Tag, Santa Maria di Leuca – Otranto, ca. 55 km und 350 Höhenmeter

Nun wartet bereits die vorletzte und anstrengendste Etappe auf uns. Da wir uns jeweils am Abend vorher oder am Morgen den Routenbeschrieb kurz anschauen, sind wir heute dementsprechend früher auf den Beinen. Wir machen uns bereits um kurz vor 09:00 Uhr auf den Weg Richtung Otranto, unser heutiges Etappenziel.

Doch vorerst möchten wir zur berühmten Grotte Zinzulusa gelangen. Die Strecke bis dahin, circa 27 Kilometer, führt an der Küste entlang mit einem ständig abwechselnden Auf und Ab. Erschöpft aber stolz auf unser Durchhaltevermögen kommen wir nach einer kurzen Abfahrt bei der Grotte Zinzulusa an. Für einen geringen Eintrittspreis lassen wir uns in der Grotte von den Stalaktiten und Stalagmiten beeindrucken und kommen sogar in den Genuss einer Bootsfahrt in die Grotte Azzurro. Ein faszinierendes Erlebnis.

Nach einem Snack mit Bruschette, Crudo und Gelati nehmen wir die restlichen Kilometer in Angriff und bewältigen zehn Kilometer vor Otranto nochmals einen längeren Anstieg. Wir geniessen den wunderschönen Ausblick auf die weite Landschaft und schon bald sind wir wieder bergab unterwegs.
Schon kurz nach der Ortseingangstafel „Otranto“ finden wir unser heutiges Hotel mit Spa-Bereich und buchen gleich darauf eine entspannende Massage nach dem Aufenthalt im Innenbad.

Am Abend schwingen wir uns wieder auf die Velos und erkunden den hübschen Ort Otranto im Centro, welches nur 2 Minuten entfernt liegt. Im Centro Storico werden in vielen kleinen Geschäften lokale Spezialitäten sowie Souvenirs angeboten.

7. Tag, Otranto – Lecce, ca. 50 km und 100 Höhenmeter

Die heutige Strecke verläuft zu Beginn noch an der Küste entlang und führt dann durch unzählige Olivenhaine nach Lecce. Wir beginnen unsere Tour um 10:00 Uhr und fahren an kleinen Dörfchen vorbei. Nach circa 20 Kilometer erreichen wir den belebten Strand (am Wochenende) von Torre del Orso. Einige Meter weiter entdecken wir eine wunder-schöne kleine Badebucht zwischen Felsen und legen mit grossem Vergnügen eine längere Rast ein. Hierbei können wir schwimmend die beeindruckenden Felsformationen bestaunen.

Startklar und unwissend, was uns nun erwartet, radeln wir los Richtung Lecce. Bei brütender Hitze (Temperaturanzeige an Geschäften 39°C!) und leichtem Gegenwind strampeln wir wie wild drauflos. Völlig erschöpft und entkräftet kommen wir nach circa 30 Kilometern um 17:00 Uhr in Lecce an und setzen uns mit einem Gelato in das erstbeste geöffnete Café. Nachdem wir uns wieder mit Energie aufgeladen haben und wieder über die Sprüche des Anderen lachen können, fahren wir die letzten 300 Meter zum Hotel, wo eine erfrischende Dusche auf uns wartet.

Gegenüber in einem familiären Restaurant lassen wir den letzten Abend langsam ausklingen. Wir spazieren danach noch gemütlich in die einzigartige Altstadt mit den imposanten Gebäuden und Kirchen und beobachten das Treiben in den Gassen.

 

8. Tag, Abreise

Heute verbringe ich nach der Abreise meiner Kollegin den Tag in Lecce und fahre um 18:00 Uhr mit dem vorab gebuchten Bus nach Brindisi an den Flughafen. Diese aktive und wunderschöne Reise wird uns noch lange in bester Erinnerung bleiben.

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