Wandertour Normandie & Jersey

Reisebericht von Patrik Sauder

1. Tag: Anreise nach Pontorson

Meine Eltern und ich machten uns auf, um auf einer 12-stündigen Zugsfahrt nach Pontorson (Normandie) zu gelangen. Es ist schon lange her, dass ich mit dem TGV gegen 300 km/h unterwegs war. Der Wechsel der Bahnhöfe in Paris von Gare de Lyon und Montparnasse Vaugirard ist mit Gepäck aufwendig. Daher würde ich das nächste Mal das Taxi nehmen.

Pontorson ist eine süsse Ortschaft und unser Hotel war mit teils historischen Zimmern ausgerüstet. In meinem Zimmer soll einst Queen Mum übernachtet haben. Pontorson ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für St. Malo und Mont-Saint-Michel, sowie dem Strandsegeln und Kiten.

2. Tag: Pontorson - Mont-Saint-Michel

Ich sitze auf dem Balkon unseres Hotels und geniesse den Blick auf die Insel Mont-Saint-Michel. Ich lasse den Tag repassieren und geniesse die letzten Sonnenstrahlen.

Am Morgen haben wir uns nach dem Frühstück auf unseren Weg zum Highlight, dem Mont-Saint-Michel, aufgemacht. Es sollte eine kurze Einstiegswanderung entlang des Flusses Couesnon werden. Von weitem sahen wir die Insel, die neben Gefängnis und Festung, auch Kloster (Abtei) war. Es gibt heute noch ver-einzelt Geistliche, die man antrifft.

Das Leben aus den letzten Jahrhunderten scheint sich aber definitiv geändert zu haben. Hunderte von Touristen aus ganz West- und Südeuropa, sowie japanische Gruppen säumen die engen Gassen. Die Restaurants laden ein, einen, wenn auch etwas teuren, Kaffee zu trinken oder etwas Kleines zu essen. Heute Abend werde ich noch ein Konzert aus den Werken von Charpentier hören gehen. Dieses findet in der Abtei auf der Insel statt. Nach einem exzellenten Essen ging ich dahin.

3. Tag: Mont-Saint-Michel - Dol de Bretagne

Die heutige Wanderung begann nach dem reichhaltigem Frühstück mit dem Taxi nach Roz-de-Couesnon. Von da startete unser Marsch mit vorerst wunderschönem Wetter. Wir liefen vorbei an Dörfern, Wäldern und reifen Kornfeldern. An gewissen Orten waren die Dächer sogar mit Stroh bedeckt. Unsere Mittagsrast fand an einer schönen Stelle unter den Bäumen statt.

Danach gönnten wir uns eine Tasse Kaffee im einzig geöffneten Restaurant des Dorfes. Kaum waren wir im Wald kam der erste Regen von heute. Ausge-rüstet mit Regenschutz, -hosen und -schirm trotzten wir dem Wetter, das alsbald besser wurde. Die letzten Kilometer führten entlang eines Kanales bis in das bretonische Dol-de-Bretagne. Das mittelalterliche Städtchen, das bei Touristen Anklang findet, thront auf einem Hügel. Viele Shops und Cafés laden zum Verweilen ein. Unsere Gastgeber - alle aus der gleichen Familie - haben uns sehr gut bewirtet.

4. Tag: Dol de Bretagne - Cancale

Nach dem stärkenden Frühstücksbuffet fuhren wir mit dem Taxi und dem Gepäck nach Le Haut Pont. Wir fuhren vorbei an Mont Dol. Unser Marsch führte nur wenige Kilometer bis zum Meer. Da entschlos-sen wir uns den Weg am Strand entlang zu gehen. Die angespülten Muschelhülsen knackten unter den Schuhen. Wir machten aufgrund von Regen eine kurze Trinkpause mit einem Cidre (Apfelwein) in einem gemütlichen Restaurant. Wir liefen dann  auch noch an Austernfarmen vorbei. Da liegt es auf der Hand, was ich am Abend ass. Nach ein paar Gehstunden erreichten wir das am Meer gelegene Cancale. Sie leben vom Tourismus und der Austernzucht. Im Gespräch mit einer Crêperie-Inhaberin erfuhr ich, dass es ein eher zäher Sommer sei.

Wir liessen den Abend mit einem Glas Calvados ausklingen.

5. Tag: Cancale - Jersey

Heute konnten wir etwas später aufstehen, da wir nur 2,5-3 Stunden wandern wollten. Wir fuhren mit dem Taxi zum Point Grouin, wo auch ein Leuchtturm steht. Der Ausblick war einfach sensationell. Der Weg zurück entlang der Küsten und den Dörfchen war einmalig. Es heisst, dass teilweise auch Delfine gesich-tet werden können. Leider bekamen wir keine zu Gesicht. Dafür wurden wir seit unserem ersten Wander-tag das erste Mal mit Sonnenstrahlen belohnt.

Um 16 Uhr wartete bereits unser Fahrer um uns zum Hafen in St. Malo zu fahren. Wir haben eingecheckt und warteten auf den Aufruf die Fähre zu besteigen. Für uns war das Prozedere ungewohnt, da wir noch nicht so oft mit Fähren gefahren sind. Dafür sahen wir einige Leute, die diese Überfahrt wohl nicht zum ersten Mal machten. Die Fährfahrt verlief schnell und an das Auf und Ab des Schiffes hatten wir uns schnell gewöhnt. Wir waren froh nach einem erlebnisreichen Tag das Zimmer zu beziehen und nach dem Abendessen uns müde ins Bett fallen zu lassen.

6. Tag: Wanderung Rozel / Bouley Bay

Wir nahmen den Bus nach St. Martin, von wo unsere Wanderung startete. Wir liefen vorbei an Steinmau-ern bis wir die Fliquet Bay bei St. Catherine erreichten. Die Küste über Rozel nach Bouley Bay ist traum-haft und einmalig. Die Wanderung geht meist entlang der Küste, ein Stück wird auch auf der verkehrsar-men Strasse gewandert. Heute ist ja unser Nationalfeiertag der 1. August.

Wir haben uns ausgerüstet mit Schweizer Fähnchen und Kerzen und wurden ein paar Male darauf angesprochen. Den Abend liessen wir in St. Hélier bei einem feinen Abendessen ausklingen.

7. Tag: Wanderung La Grève de Lecq - Plémont Bay

Der heutige Abschlusstag führte uns mit dem Bus nach La Grève de Lecq an der wohl schönsten Bade-bucht auf Jersey. Die Küstenwanderung von Grève de Lecq nach Plémont Bay ist auch sehr schön und führt durch die farnbewachsenen Hügel/Küsten Jerseys. In Plémont hätten wir noch an den Strand gehen können. Die Zeit reichte nicht mehr, so dass wir mit dem Bus nach Gorey fuhren. Nach einem feinen z'Vieri und frisch machen für die Rückreise nach Saint Malo mit der Fähre, sassen wir bereits im Taxi an den Hafen.

Nun neigt sich unsere Reise mit einer Übernachtung in Saint Malo dem Ende zu. Die Sonne ging unter über dem Atlantik, um uns Adieu zu sagen auf ein Wiedersehen in der Normandie/Bretagne.

Unsere Wanderreise in der Normandie

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Wanderferien Normandie und Jersey

8 Tage | Individuelle Einzeltour