Klettern am Naturfels in Mallorca

Mallorca - Eine Woche voller Action

Reisebericht von Sybille Schmidt

Bekanntlich ist die Vorfreude ja die schönste Freude und diese steigerte sich umso mehr beim Durchlesen der Reiseunterlagen. Coasteering, Seacaving, SUP – vieles war neu für uns und daher umso interessanter. Die detaillierten Infos waren sehr hilfreich, insbesondere was das Packen anbelangt. Nur mit Handgepäck würden wir es wohl doch nicht schaffen, benötigt man bei solch einer Woche doch einiges mehr als für einen typischen Strandurlaub. Natürlich erhält man vor Ort die nötige Ausrüstung, aber Trekkingschuhe, Rucksack oder noch idealer ein sogenannter „Dry Bag“ dürfen nicht fehlen. Wer hat, sollte die Go-Pro auf keinen Fall vergessen und auch Schnorchel und Taucherbrille müssen unbedingt mit.

 

So ging es dann für uns los Richtung Flughafen nach Palma de Mallorca, wo wir bereits für den Transfer zum Hotel erwartet wurden. Auch im Hotel war der Empfang sehr freundlich und der erste, sehr positive Eindruck wurde auf unserer Erkundungstour durch die Hotelanlage bestätigt. Das für uns gebuchte Appartement entsprach voll und ganz unseren Vorstellungen – modern und neu eingerichtet mit Wohn-/Essbereich, kleiner Küchenzeile und grossem Badezimmer. Die Sofas wurden zu Betten für die Kinder umfunktioniert und für uns gab es ein separates Schlafzimmer. Besonders praktisch fanden wir den Balkon, hatten wir doch jeden Tag durch unsere Wasseraktivitäten einiges an Kleidung, Schuhen und Tüchern, was draussen wunderbar zum Trocknen aufgehängt werden konnte.

Die Kinder konnten es kaum erwarten ins kühle Nass zu springen und so genossen wir etwas Entspannung am Pool bis wir zum persönlichen Infogespräch in der Hotellobby erwartet wurden. Nun war unser Wochenprogramm bekannt – mit Seacaving ging es los…

 

Nach einer erholsamen Nacht waren wir startklar für unser erstes Abenteuer. Wir wurden pünktlich vor dem Hotel abgeholt und zusammen mit anderen Abenteuerlustigen ging es Richtung Ostküste. Dort bekam jeder seine Ausrüstung und bepackt mit Helm, Neoprenanzug, Aqua-Schuhen und Schwimmweste machten wir uns auf den Weg, der Küste entlang, zur ersten Höhle.

Aufgrund des hohen Wellengangs war der Zugang zu dieser Höhle jedoch zu gefährlich - aber kein Problem, Mallorca verfügt an diesem Küstenabschnitt an reichlich Höhlen, sodass wir nur ein paar Minuten weiter laufen mussten und über Land eine Tropfsteinhöhle besichtigen konnten. Erst mussten wir uns jedoch entsprechend vorbereiten. D.h. Neoprenanzug, Helm und Schuhe an.

Nicht zu vergessen und sehr wichtig, die Stirnlampe! Schon zu Beginn war klar – Platzangst sollte man für diese Aktivität auf keinen Fall haben, ging es doch ab und zu durch sehr enge, schmale Passagen. 

 

Für die Kinder und uns war es jedoch ein riesen Spass und jeweils eine grosse Überraschung, kam man an einem der unterirdischen Seen an, wo eine willkommene Abkühlung wartete. Die vielen Stalaktiten und Stalagmiten der Höhle waren faszinierend und es freute uns zu erfahren, dass wir auf dem Rückweg noch eine weitere besuchen würden. Immer gut beaufsichtigt vom Guide und durch seine Hilfe ging es sicher durch die vielen Gänge. Oftmals auch auf allen Vieren, und somit zahlte sich die gute Ausrüstung aus. Müde, vor allem von der Hitze während des Wanderns, aber sehr zufrieden, ging es dann heimwärts und wir genossen den Rest des Tages am Strand.

Für den nächsten Tag war SUP und Trekking auf dem Programm. Aufgrund der Hitze liessen wir das Trekking jedoch weg und entschieden uns für einen gemütlichen SUP-Ausflug. Wir hatten den Guide ganz für uns und konnten den Morgen somit nach unseren Wünschen bestimmen. Da wir alle bereits mehrmals auf einem SUP standen, war keine grosse Einführung nötig und es ging direkt los.

Dem Strand von Sa Marina entlang paddelten wir bis zu einer kleinen Bucht, wo wir eine Pause einlegten und uns ein wenig Badespass gönnten. Natürlich durfte ein Erinnerungs-Foto nicht fehlen. Aber leichter gesagt als getan, dauerte es doch eine Weile bis wir alle einmal gleichzeitig auf dem SUP standen. Umso lustiger für unseren Fotografen – den Guide.

Auf dem Weg zurück liessen wir uns vom Rückenwind treiben und so war keine grosse Anstrengung mehr nötig. Spürt man vom Paddeln doch bald einmal die Oberarme und auch die Beine werden durchs Gleichgewichthalten gefordert.

Die Kinder hatten jedoch noch nicht genug vom Wasser und so ging es nachmittags weiter mit Schnorcheln. Der vom Hotel unweit entfernte Strand „Son Baulo“ war sicher toll, doch fanden wir etwas weiter entfernt eine noch viel schönere, verlassenere Bucht, die „Platja Na Patana“. An den vielen Riffs konnte man wunderbar schnorcheln und eine Vielzahl von Fischen beobachten. Oder wie ich, das herrlich warme, kristallklare Wasser zum Baden geniessen.

Der Dienstag sollte zum aktivsten und für uns spannendsten Tag werden. Coasteering – definitiv die aufregendste Aktivität der Woche! Wieder hiess es Neoprenanzug an und Helm auf. Diesmal behielten wir jedoch unsere Trekkingschuhe an, was etwas mehr Trittsicherheit versprach. Zusätzlich wurden wir mit Schwimmweste und Klettergurt ausgestattet. Dann ging es los Richtung Küste.

Vom schönen Anblick der Küstenlandschaft beindruckt, vergass ich erstmal, dass wir gleich von diesen Klippen springen würden. Meine Aufregung, eine Mischung aus Vorfreude und Angst, liess dann jedoch nach, als uns die Guides genaue Instruktionen zur Sprungtechnik gaben und bei jedem nochmals die Ausrüstung gecheckt wurde. Nun waren wir bereit für den ersten Sprung. Kein Problem für die Kinder, sie machten den Anfang und sprangen bei „Zwei“ bereits los.

Bei mir musste der Guide dann doch etwas länger zählen, aber bei „Zehn“ wagte auch ich dann den Sprung - ein tolles Gefühl! Dies war bei ca. 4 Metern. So ging es weiter, immer höher, bis zu 10 Metern. Ich gab bei 6 Metern bereits auf, aber besonders die Kinder konnten selbst bei 10 Metern nicht genug kriegen und hatten eine riesen Spass immer wieder von dieser hohen Klippe zu springen. Gleichzeitig bestand die Möglichkeit, sich an einer Klippe abseilen zu lassen. Ich zog diese Aktivität vor.

Nach einer wohlverdienten Pause ging es schwimmend weiter bis zu einer nächsten, nicht allzu hohen Klippe. Hier sprangen wir alle gemeinsam und fanden uns vor dem Eingang einer Höhle wieder - ein weiterer Höhepunkt des Tages. Dieses Mal ohne Stirnlampe, ging es schwimmend in die Höhle und wir staunten nicht schlecht, als wir das Innere erreichten.

Die leichte Einstrahlung der Sonne liess das Wasser in einem wunderschönen Türkis erstrahlen. Dann ging es weiter durch einen dunklen Tunnel. Gemäss Anweisung der Guides hintereinander, die linke Hand auf der Schulter des Vorgängers und die rechte zum Tasten an der Wand. Nichts für schwache Nerven oder Platzangst.

Etwas erleichtert, aber zufrieden über dieses spezielle Erlebnis erreichten wir wieder die Oberfläche und eine letzte spannende Aktivität wartete auf uns - das „Deep Water Soloing“. Dabei klettert man ohne Sicherung am Felsen über tiefem Wasser und lässt sich bei Nachlassen der Kräfte ins Wasser fallen. Dies trauten sich dann doch nur ein paar wenige zu. So ging ein Adrenalin geladener Tag zu Ende.

Kinder beim Klettern am Naturfels

Am nächsten Tag war Klettern angesagt. Für diese Aktivität fuhren wir ins Hinterland von Alcudia, wo sich uns ein herrliches Panorama bot. Wie immer wurden wir mit der passenden Ausrüstung ausgestattet. Diese bestand aus Kletterschuhen, -gurt und Helm. An zwei, für Anfänger geeigneten Felswänden versuchten wir uns im Klettern. Wobei dies nicht allen gleich leicht fiel.

Für den Kleinsten ging es wie „Spiderman“ die Wand hoch, wir anderen hatten eher unsere Mühe. Immer gut gesichert durch unseren Guide machte das Ganze jedoch allen Spass und wir waren zufrieden, auch diesen Sport ausprobiert zu haben.

Reitausflug in der Landschaft von Mallorca

Zum Abschluss unserer Aktiv-Woche erwartete uns der gemütlichste Teil - das Reiten. Auf der „Rancho Grande“ wurden wir mit Reithelm ausgestattet und jedem wurde das passende Pferd zugeteilt. Sehr empfehlenswert sind lange Hosen, gutes Schuhwerk und Sonnenbrille sowie -hut. Auf Silver, Rodeo, Sevilla und Arangia ging es dann für uns auf einen zweistündigen Ausritt. In der Anfänger-Gruppe, ein Pferd hinter dem andern, ritten wir Richtung Strand und wieder zurück.

Auf der Ranch gibt es neben den Pferden auch noch einige andere Tiere zu sehen, wie Papageien, Pfaue und natürlich Rinder. Wer möchte, kann anschliessend beim Haupthaus feine regionale Grillspezialitäten geniessen. Wir beschlossen jedoch, die noch verbleiben Zeit am Strand und am Pool zu verbringen.

Für uns waren es tolle, erlebnisreiche Aktiv-Ferien, welche wir nie vergessen werden und für Familien sehr empfehlen können.

Unsere Aktivferien in Spanien