Italien oder Schweiz? Ein Direktvergleich!

Ist Velofahren in der Schweiz wirklich anders als etwa in Italien, z.B. in Apulien? Eine Tour mit Gepäcktransport und Routenplan folgt hierzulande den SchweizMobil-Wegweisern, man kann sich wirklich nicht verfahren. Auch in Italien sind heute viele tolle Velorouten ausgeschildert. Und wer mit Eurotrek unterwegs ist, der folgt einfach den kleinen rot-weissen Pfeilen, die an jeder Kreuzung die Richtung weisen.

Der Verkehr ist in beiden Ländern auf den Nebenstrassen gering, der Asphalt weist hier wie da auch mal Löcher auf. In der Schweiz sind weit mehr Velofahrer unterwegs, vom Rennvelofahrer über den Biker, Familien mit Kindern im Veloanhänger und Schattenvelo bis hin zum E-Bike. In Italien trifft man ein paar wenige ausländische Velotouristen – und am Wochenende Horden von Rennvelofahrern: schnatternde Männerpulks, die fröhlich grüssend an den Touristen vorbeirauschen. Wer über Land fährt, ist Mutterseelen alleine.

Velos vor dem Meer in Apulien

An der Küste Apuliens radelt man mit Aussicht!

Während hinter den süditalienischen Trockensteinmäuerchen roter Mohn die noch grünen Felder sprenkelt, leuchtet in der Schweiz gelber Löwenzahn in den Wiesen. Welche Idylle hüben wie drüben!

Doch was, wenn der Bauch knurrt oder das Velo einen Defekt hat? In der Schweiz liegen die Dörfer nahe beieinander, fast überall gibt es ein Velogeschäft, Einkaufsmöglichkeiten oder Restaurants. In Süditalien kann es ewig dauern bis zum nächsten Dorf. Und wenn man dann dort ist – sind die Geschäfte geschlossen. Mittagspause. Von 13 bis 17 Uhr. Mit etwas Glück jedoch findet sich eine offene Bar, die feine Focacce oder Süssgebäck serviert. Oder ein Restaurant am Meer, das gerade frische Seeigel bekommen hat und sie direkt an der Strasse serviert. Ein Fest, zu dem man sich als Velofahrer gerne spontan gesellt und herzlich willkommen ist.

Überhaupt, das Meer! Welch ein Traum, wenn man einfach der Küste entlang radeln kann! Mal an weissen Sandstränden, an denen die Wellen sanft auslaufen, man an Steilklippen, an die das Meer mit Wucht donnert und an denen die Gischt in die Höhe spritzt. Es ist etwas völlig anderes, unseren Seen und Flüsse entlang zu radeln. Wo es hier nach See oder Moor duftet und Libellen über dem Schilf fliegen, weht dem Radfahrer dort eine salzige Meeresbrise um die Nase, in am Himmel kreisen Seemöwen.

Badende Velofahrer im Maggia-Tal

Auch hierzulande gibt es viele Möglichkeiten, um die Füsse ins Wasser baumeln zu lassen.

Und schliesslich die Kultur! In beiden Ländern gibt es viel zu sehen. Süditalien ist für Kulturliebhaber schlicht ein Traum. Leider sind dort aber viele Kirchen und Monumente über die lange Mittagszeit geschlossen. Was soll’s. Ob Solothurn und Murten, ob Lecce oder Alberobello, hier wie dort ist es ein Genuss, mit dem Velo die engen Gassen eines Städtchens zu erkunden.

Während es im Frühling in Schweiz Parks und Gärten zart nach Flieder duftet, liegt in Apulien der intensive süsse Duft des üppig blühenden Klebsamenbusch in der Luft. Jedes Land hat seinen Duft. Nur der Kaffee. Der schmeckt und duftet inzwischen in der Schweiz genau so gut wie Italien.

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